Sa, 25. November 2017

Rückgang erwartet

15.01.2009 15:48

Flughafen Wien steuert auf schwierige Zeiten zu!

Jahrelang haben Umweltaktivisten und Anrainer gegen den geplanten Bau der dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat protestiert. Nun könnte ausgerechnet die Wirtschaftskrise das Projekt zu Fall bringen. Die Flughafen AG verordnete sich einen strikten Sparkurs, der den Bau der dritten Piste zumindest einmal verzögert. Mancher Beobacher sieht das Vorhaben schon gescheitert. Flughafen-Vorstand Herbert Kaufmann behauptet dennoch: "Wir bauen die Piste mit Sicherheit. Es geht nur um das Wann."

Nach bisherigen Plänen war - nach der für die heurige Jahresmitte erwarteten Genehmigung - eine Inbetriebnahme für 2014/15 ins Auge gefasst worden. Wirtschaftskrise und rückläufiger Verkehr könnten das Projekt nun ein paar Jahre verzögern. Kaufmann will nun "Ende 2009, Anfang 2010 entscheiden", wann mit dem Bau der dritten Piste begonnen wird. Der ursprüngliche Fahrplan wird aber kaum einzuhalten sein. 

Freilich will der Airport-Vorstand in Zeiten wie diesen Geld für den Pistenbaubeginn nur dann fließen lassen, sobald es akut gebraucht werde. 450 Millionen Euro kostet der Bau der dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat. Dazu kommen noch bis zu 150 Mio. Euro für Grundstücksablösen und Landkäufe.

2009 wird Rückgang der Passagierzahlen erwartet
Im Vorjahr ist die Passagierzahl am Flughafen Wien mit 5,2 Prozent schwächer angestiegen als erwartet, man habe mit 19,7 Millionen Fluggästen an der 20-Millionen-Marke gekratzt. Für heuer wird ein Rückgang der Passagierzahlen um 5 Prozent erwartet.

Wo die Schmerzgrenze liegt, ab der der Pistenbau verschoben würde, sagte Kaufmann heute nicht. Es gehe da auch nicht nur um die reinen Passagierzahlen, sondern vor allem auch um die Spitzenauslastung, wo man 2008 zu verkehrsstarken Zeiten bereits auf 70 Flugbewegungen pro Stunde kam. Die Kapazitäten der bisherigen Anlagen umfassten maximal 72 bis 74 Flugbewegungen. Mit der neuen Piste käme man auf eine Kapazität von 95 bis über 100.

Jobs werden teilweise nicht nachbesetzt
Die Aktiengesellschaft verordnete sich auch ein Sparprogramm. Laut Kaufmann geht es vorrangig um Urlaubsabbau, den Abbau von Überstunden und um "natürliche Fluktuation", über die jährlich üblicherweise 200 bis 250 Menschen aus dem Unternehmen ausscheiden. Wie viele von den natürlichen Abgängen heuer wirklich nicht ersetzt werden, macht Kaufmann vom Effekt der vorherigen Maßnahmen abhängig. Echt in Gefahr wären Jobs erst ab einem Passagierminus von 10 Prozent, bekräftigte er. Investiert werden soll heuer nach wie vor für 300 bis 400 Mio. Euro. Bei einigen Investitionen werde überlegt, sie zu verschieben.

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