780 Studienplätze

Fachhochschule für Gesundheitsberufe ab 2010

Oberösterreich
13.01.2009 14:19
Oberösterreich bekommt eine Fachhochschule für Gesundheitsberufe. Sie soll aus den bestehenden Akademien hervorgehen, deren Träger die landeseigene Gesundheits- und Spitals AG (gespag), das AKH Linz sowie Ordenskrankenhäuser sind. Studienbeginn ist voraussichtlich im Herbst 2010. Das gaben Vertreter aller vier Landtagsparteien sowie der beteiligten Partner aus dem Gesundheitsbereich bekannt.

Derzeit gibt es in Oberösterreich 15 Akademien mit über 740 Studenten an Spitälern in Linz, Steyr, Wels, Vöcklabruck und Ried. Die Ausbildung sei "exzellent", betonte Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Allerdings seien die Absolventen in ihrem beruflichen Vorkommen eingeschränkt, weil sie keine akademischen Grade nach dem Bologna-System erreichen können. Deshalb seien bereits Oberösterreicher zur Ausbildung in andere Bundesländer abgewandert.

Wohnortnah mit starker Praxisorientierung
Dieser Entwicklung will man mit der neuen Fachhochschule nun entgegenwirken. Träger soll eine Gesellschaft sein, an der das Land Oberösterreich - laut Pühringer zu mehr als 50 Prozent - sowie die gespag, das AKH Linz, das Krankenhaus der Elisabethinen in Linz, das Klinikum Wels sowie das Krankenhaus Ried beteiligt sind. Gelehrt wird wie bisher dezentral, erklärte Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger (SPÖ). Es sei notwendig, dass die Ausbildung wohnortnah und die bisherige starke Praxisorientierung erhalten bleibe. Geplant sind zwei Master- sowie sieben Bachelor-Lehrgänge mit insgesamt 780 Studienplätzen.

Höhere Qualifizierung für bessere Einkommensschancen
Der grüne Klubobmann Gottfried Hirz unterstrich die frauenpolitische Komponente der Fachhochschule: Die großteils weiblichen Studierenden würden eine höhere Qualifizierung und somit bessere Einkommenschancen erhalten. FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner kritisierte, dass die Fachhochschule "ein bisschen spät" verwirklicht werde und forderte erneut eine Medizinuniversität. Pühringer betonte daraufhin, dass dieser Wunsch ohnehin in allen Lagern vorhanden sei. "Entschieden wird das aber woanders."

Symbolbild

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