Mo, 20. November 2017

Kampf den Drogen

13.01.2009 12:13

Schlag gegen 16-köpfige Dealerbande

Heroin im Straßenverkaufswert von 1,1 bis 1,5 Millionen Euro soll eine 16-köpfige Dealergruppe mazedonischer Abstammung von Jänner bis November 2008 in diversen Parks im Großraum Wien abgesetzt haben. Wie die Niederösterreichische Sicherheitsdirektion am Dienstag berichtete, wurden in den vergangenen Monaten 14 Verdächtige ausgeforscht, festgenommen und in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert. Weitere zwölf Suchtgiftabnehmer und rund 60 Konsumenten wurden angezeigt.

Zwei weitere Haftbefehle sind ausgeschrieben, ein Verdächtiger ist weiterhin flüchtig. Die umfangreichen Erhebungen, Überwachungen und Einvernahmen wurden von der Suchtmittelgruppe des Landeskriminalamts Niederösterreich (LKA) in Zusammenarbeit mit Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität geführt.

Täglich bis zu 200 Gramm in Umlauf gebracht
Mit kurzen Unterbrechungen seien täglich bis zu 200 Gramm Heroin in Verkehr gesetzt worden. Insgesamt wurde den Verdächtigen der Verkauf von 27 bis 30 Kilo Suchtgift - zu 40 bis 50 Euro pro Gramm - zugeordnet. Im Zuge mehrerer Hausdurchsuchungen wurden 230 Gramm Heroin und rund 30.000 Euro Bargeld sichergestellt. Das durch den Drogenverkauf erwirtschaftete Geld - insgesamt 1,1 bis 1,5 Millionen Euro, dürfte entweder persönlich mit Kurieren oder über Geldinstitute nach Mazedonien gebracht bzw. überwiesen worden sein.

Organisiert und kontrolliert soll der Suchtgiftschmuggel und -handel großteils über diverse Call- und Internetshops von Veles (Mazedonien) aus worden sein. Die dortige Gruppe steht im Verdacht, zahlreiche Herointransporte per Linienbus und Pkw von Mazedonien nach Österreich organisiert zu haben. Von den Kriminellen seien regelmäßig junge Personen mazedonischer oder ex-jugoslawischer Herkunft angeworben worden, die teilweise mit gefälschten Reisepässen und Personalausweisen ausgestattet und auf dem Seeweg nach Italien und dann mit Pkw nach Österreich eingeschleust worden seien.

Neue Mitglieder mit hohen Beteiligungen angeworben
Im Land angekommen, dürften sie von der hier agierenden Gruppe in verschiedensten Wohnungen untergebracht und im Drogenverkauf eingeschult worden sein. Zu den Aufgaben gehörte, größere Heroinlieferungen in Wien zu übernehmen, zu verstecken, verkaufsfertig zu verpacken und in verschiedensten Parks in Umlauf zu bringen. Dafür sollen die Bandenmitglieder mit zehn Prozent am jeweiligen Tagesumsatz beteiligt worden sein. Da auf diese Weise täglich bis zu 800 Euro zu verdienen waren, sei es für die Organisatoren in Mazedonien kein Problem gewesen, neue Mitglieder anzuwerben.

Hoher Reinheitsgehalt von bis zu 53 Prozent
Derart hohe Tagesumsätze und Kundenzahlen waren laut Sicherheitsdirektion nur möglich, weil das von der mutmaßlichen Tätergruppe in Verkehr gesetzte Heroin über die vergangenen Monate hindurch konstant eine überdurchschnittlich gute Qualität aufwies - der Reinheitsgehalt betrug bis zu 53 Prozent - während der Preis dafür mit 40 bis 50 Euro pro Gramm vergleichsweise sehr gering war.

Beschaffungskriminelles Brüderpaar aufgeflogen
Im Zuge der laufenden Erhebungen wurde außerdem ein Brüderpaar ausgeforscht, das verdächtigt wird, seinen hohen Heroinkonsum durch Raubdelikte finanziert zu haben. Die Sicherheitsdirektion nannte insgesamt acht Raubüberfälle, bei denen die Verdächtigen, mit einem Messer bewaffnet oder durch Androhung von Gewalt, neben Bargeld und Mobiltelefonen auch Drogen erbeuteten. Die Opfer stammten ebenfalls großteils aus dem Drogenmilieu.

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