Mo, 11. Dezember 2017

Im Auto erstickt

05.01.2009 19:10

Junges Liebespaar stirbt Arm in Arm an Abgasen

Sie wollten nur ein bisschen Zeit für sich, ungestört sein, reden, kuscheln, die Zweisamkeit genießen. Jetzt endete ihre junge Liebe mit einer unfassbaren Tragödie: Der 18-Jährige und seine Freundin (17) erstickten in einer Garage in Ternitz (Niederösterreich). Sie hatten den Automotor laufen lassen und waren eingeschlafen...

Es war nicht das erste Mal, dass sich Reinhard W. und Stefanie T. in die Garage zurückzogen. Beinahe jedes Wochenende verbrachte das junge Paar dort, um Ruhe zu haben und die Zweisamkeit zu genießen. Damit es in der Garage nicht zu kalt wurde, ließen sie stets den Motor des Autos laufen. Immer wieder redeten Reinhards Brüder auf ihn ein, das sei gefährlich, er solle unbedingt aufpassen und lieber den Motor abdrehen.

Warnungen nicht beachtet
Doch alle Warnungen nutzten nichts. Sonntagabend trafen sich das Paar erneut in der Garage des Wohnhauses in Ternitz. Wie immer ließen sie den Motor laufen. Dann dürften sie eingeschlafen sein - Arm in Arm.

Als die 17-Jährige zum vereinbarten Zeitpunkt nicht zu Hause war, machte sich ihr Vater auf die Suche. Gegen 22 Uhr kam er zu der verschlossenen Garage. Sofort riss er das Tor auf - doch da war es bereits zu spät. Die beiden Jugendlichen lagen leblos in dem Fahrzeug.

Vater versuchte zu reanimieren
Die Vordersitze waren nach vorne gekippt. Reinhard W. lag auf der Rückbank, einen Polster unter dem Arm, eine Cola-Flasche in der Hand. Rechts neben ihm seine Freundin. Der Vater zog seine Tochter ins Freie und begann sofort mit Wiederbelebungsversuchen. Die alarmierte Feuerwehr barg den 18-Jährigen durch die Heckklappe. Der Gemeindearzt konnte jedoch nur noch den Tod des jungen Liebespaares feststellen.

Ursache dürfte eine Kohlenmonoxid-Vergiftung sein, eine Obduktion wurde angeordnet. Fix sei, dass es keinerlei Hinweise auf Selbstmord oder Fremdverschulden gebe, hieß es am Montag aus der kriminalpolizeilichen Abteilung der Sicherheitsdirektion. Die Angehörigen von Stefanie und Reinhard mussten noch vor Ort von einem Kriseninterventionsteam betreut werden.

Tiefe Betroffenheit in der Gemeinde
In der 16.000 Einwohner zählenden Stadt im südlichen Niederösterreich herrsche tiefe Betroffenheit, sagte Bürgermeister LAbg. Rupert Dworak. Das ganze Mitgefühl gelte den Eltern, er werde kondolieren und - wenn gewünscht - Unterstützung etwa bei Behördengängen anbieten. Mehr könne man leider nicht tun, zeigte sich Dworak über das tragische Geschehen erschüttert. Der Bürgermeister und Präsident des SPNÖ-Gemeindevertreterverbandes hatte das aus einer im Ort angesehenen, großen Familie stammende Mädchen persönlich gekannt. Der Bruder des 18-Jährigen sei beim Gemeindeamt angestellt.

von Doris Vettermann und Helmuth Horvath, Kronen Zeitung und krone.at

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