Di, 16. Jänner 2018

"Swaffelen"

02.01.2009 16:37

Holland: Anstößiges Wort ist Wort des Jahres

Holland hat das Wort "swaffelen" zum Wort des Jahres gekürt und beweist damit Mut und Humor. Es bedeutet nämlich - Achtung nicht jugendfrei! - das zärtliche Schlagen des halb erigierten männlichen Geschlechtsteiles gegen einen Sexualpartner, einen beliebigen Gegenstand oder ein Gebäude wie zum Beispiel das Taj Mahal. Fernsehstationen in den Niederlanden brachten zum Jahreswechsel todernste Berichte über das Wort des Jahres und erklärten, wie das Wort es geschafft hat, so berühmt zu werden. Video oben starten und die korrekte Aussprache des Wortes genießen!

Bekannt wurde das Wort, nachdem ein 17-jähriger holländischer Student ein Handyvideo ins Web stellte, das ihn während eines Indienurlaubs dabei zeigt, wie er sein Gemächt an eine Mauer des Taj Mahal schlägt. Während der Clip auf YouTube zum absoluten Renner avancierte, reagierte Indien verschnupft ob des Frevels. Das Rotterdamer EuroCollege, wo der junge Mann studierte hatte, musste sich offiziell beim indischen Botschafter in den Niederlanden für die Beleidigung entschuldigen und exmatrikulierte ihren renitenten „swaffelnden“ Schüler.

Dem ist das aber egal. Immerhin ist er jetzt ein Star. Denn in seinem Video sagt er: „Ich bin der erste Mann der Welt, der das Taj Mahal swaffelt“ – in Holland ist der Satz inzwischen so populär wie bei uns nur „Geiz ist geil“. MTV Niederlande produzierte mit der Band „Las Vegas Crew“ vor Begeisterung über das Wort inzwischen einen Song, der „Swaffelen“ heißt und stürmte damit prompt die Charts. Der Sender BNN rief im September 2008 einen nationalen Swaffel-Tag aus.

"Lebensmensch" und "Krocha" in Österreich
In Österreich hat übrigens das Wort „Lebensmensch“ das Rennen um das Wort des Jahres gemacht. Aber auf Platz zwei landete auch bei uns ein Jugendphänomen: "Krocha".

Zur Erinnerung: Stefan Petzner hatte - unter anderem im krone.tv-Interview (siehe Infobox) - tränenreich um seinen "Lebensmenschen" Jörg Haider getrauert. Seine Bedeutungsambivalenz und sein hoher emotioneller Wert machen "Lebensmensch" zum Ausspruch des abgelaufenen Jahres, attestierte die Jury. Das Wort wurde aufgrund gegensätzlicher Verwendungsweisen von vielen Wählern auch als Unwort klassifiziert, von der Mehrheit aber als Wort des Jahres gereiht.

Die "Krocha" - eine ostösterreichische Jugendkulturbewegung, die im abgelaufenen Jahr stark in Erscheinung getreten ist, landete auf Rang zwei. Sie ist die erste derartige österreichische Jugendkultur seit Jahrzehnten, die durch sprachliche Originalität gekennzeichnet ist und für die Lebendigkeit der österreichischen Jugendkultur steht, lautete die Begründung der Jury.

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