Mo, 20. November 2017

Einfach nur traurig

10.04.2012 16:53

So hilfst du deinem Kind bei Depressionen

Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, geringer Selbstwert, aber auch Aggression: All diese Anzeichen können darauf hindeuten, dass dein Kind an Depressionen leidet. Depressionen sind bis dato etwas, das man bei Kindern kaum vermutet. Schnell schiebt man die Schuld für ungewöhnliches Verhalten auf die Pubertät, dabei können auch andere Gründe Auslöser für diese Erkrankung sein. Die Folgen einer Nichtbehandlung können schwerwiegend sein, ja sogar zum Selbstmord führen. Hier erfährst du, wie du erkennen kannst, ob dein Kind an Depressionen leidet und wie du ihm helfen kannst.

Woher kommt die Depression?
Amerikanischen Untersuchungen zufolge erkranken etwa drei Prozent der Kinder und acht Prozent der Jugendlichen an Depressionen. Besonders anfällig sind Kinder aus Familien, in denen Depressionen bei Erwachsenen sehr häufig sind. Auch Ursachen wie der Verlust eines Elternteils durch Scheidung oder Tod, Lernschwierigkeiten, Misshandlungen oder andere traumatische Erlebnisse können dazu führen, dass eine Depression entsteht. Weiters kann auch die mangelnde Produktion des Neurotransmitters Serotonin für die Entstehung einer Depression verantwortlich sein.

Woran erkennt man Depressionen?
Depressionen sind bei Kindern insofern problematisch, als sie sich anders äußern als bei Erwachsenen und daher oft nicht als Erkrankung erkannt werden. Ziehen sich Erwachsene sozial absolut zurück und sind niedergeschlagen, können bei Kindern, speziell bei Buben, auch aggressive Ausbrüche auf eine Depression hindeuten. Weitere Alarmsignale sind Unkonzentriertheit, Ängstlichkeit, körperliche Beschwerden in Form von Kopf- bzw. Bauchschmerzen sowie Schlaf- oder Appetitstörungen, Schuldgefühle, Trostlosigkeit bis hin zu Selbstverletzungen oder Suizidgedanken. Die Kinder zeigen an bisherigen Hobbys kaum mehr Interesse, sind energielos, leicht reizbar, ziehen sich vor Familie und Freunden zurück oder fühlen sich oft ohne konkreten Grund traurig.

Wenn mehrere dieser Symptome über einige Wochen beinahe täglich am Kind bemerkt werden, liegt der Verdacht auf eine Depression nahe. Kinder wissen dabei oft selbst nicht, was mit ihnen los ist. Sie merken zwar, dass irgendetwas mit ihnen bzw. ihrem Verhalten nicht stimmt, aber können den Grund dafür nicht ausmachen. Sie fühlen sich einfach nur ohnmächtig, selbst an ihrer Situation etwas zu ändern, und das bedrückt bzw. führt zu Aggressivität.

Was kann man dagegen tun?
Die Behandlung sollte im Rahmen einer Psychotherapie bei einem Kinderpsychiater erfolgen. Für jüngere Kinder ist meist eine Form der Spieltherapie gut geeignet, um mehr Sicherheit und Selbstwert zu erlangen. Ältere Kinder werden oft mit einer Verhaltenstherapie behandelt, bei der neue Wege zur Problembewältigung aufgezeigt werden sollen.

Depressionen mit biochemischer oder genetischer Ursache werden meist medikamentös behandelt. Eltern sollten versuchen, viel mit ihren Kindern zu sprechen, um Veränderungen möglichst rasch erkennen zu können. Gemeinsame Abendessen oder Spieleabende sind hierfür sehr gut geeignet. Generell sollte darauf geachtet werden, dass Kinder nicht zu viel Stress in der Schule haben, sich ausreichend bewegen und genug schlafen. Auch Lob und Anerkennung sind wichtige Verstärker, um Kindern ein positives Gefühl über sich selbst und ihr Tun zu vermitteln.

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