Fr, 20. Oktober 2017

Festtagsmahl

19.12.2008 11:05

Oberösterreicher lieben ihre Weihnachtskarpfen

Josef, Maria und das Jesuskind in der Krippe, Berge von Geschenkpapier und ein Karpfen auf dem Festtagstisch - so sieht es zu Weihnachten in vielen oberösterreichischen Esszimmern aus. Auch die traditionellen Bratwürstel haben ihren Platz - doch sogar im kleinen Österreich sind alle Bundesländer ziemlich verschieden, was das Festtagsmahl angeht.

Der Klassiker in Oberösterreich ist der gebackene Karpfen. Viele wollen am Heiligen Abend aber nicht groß aufkochen und servieren kalte Platten oder Bratwürstel mit Erdäpfelsalat und Sauerkraut. Ein traditionelles Essen nach dem Mettengang ist die "Schnittlsuppe", eine Brotsuppe mit gekochtem Schweinefleisch. Wieder in Mode kommen Bratäpfel als Dessert.

Salzburg
Nach wie vor gibt es in vielen Familien in Salzburg die traditionelle "Würstlsuppe" - entweder mit den speziell hergestellten Mettenwürsten oder Frankfurtern bzw. Weißwürsten. Die Würstlsuppe wird allerdings schon häufig durch Fisch oder Geflügel ersetzt, aber auch kalte Speisen stehen am Heiligen Abend vermehrt auf dem Speisezettel. Im Innergebirg (Pongau, Pinzgau, Lungau) wird auch noch das "Bachlkoch" verspeist - Wasser mit Mehl vermischt und in Butter herausgebacken - eigentlich ein Essen, das früher vor allem Holzarbeiter zu sich nahmen.

Kärnten
Traditionell besteht das Kärntner Weihnachtsmenü aus Würsteln mit Kraut - konkret werden Selchwürste, Sauerkraut und Schwarzbrot aufgetischt. "Zu dieser Jahreszeit wurde in der Vergangenheit immer geschlachtet" erklärt Wolfgang Lattacher, Direktor des Kärntner Heimatwerks . Getrunken wird dazu in der Regel Most, Wein - egal ob rot oder weiß - wird eher selten kredenzt.

Vorarlberg
Frische Kalbsbratwürste bilden das traditionelle Ländle-Weihnachtsessen. Als Beilage gibt es meist Sauerkraut oder Italienischen Salat, so Paul Rachbauer, Brauchtums-Experte im Amt der Vorarlberger Landesregierung. Einen Wechsel zu Fisch konnte er in den vergangenen Jahren nicht feststellen, im Gegenteil: "Der Fischverbrauch geht zurück. Weihnachtskarpfen war bei uns nie Tradition." Am Weihnachtstag dominiere mittlerweile das Fondue, das den "großen Braten" abgelöst habe.

Niederösterreich
In Niederösterreich hat der Karpfen nach wie vor Tradition, wobei der Ideenreichtum an Zubereitungsmöglichkeiten wächst: So nennt die Wirtshauskultur schmackhafte Rezepte etwa für gebackenes Filet in der Erdäpfelkruste, Mohnpanier, mit Veltliner-Zwiebeln oder im Waldviertler Bier gedämpft. Karpfensülzchen, Waldviertler Karpfen mit Eierschwammerl und Karpfenpfandl sind weitere Varianten, gebundene Suppen die passende Vorspeise.

Burgenland
Karpfen, Gans und geräucherter Lachs - darauf wollen die Burgenländer zu Weihnachten nicht verzichten. Als Beilage zum Karpfen am Heiligen Abend empfehlen sich beispielsweise Salzkartoffeln und Sauce Tartare. Zur klassischen Weihnachtsgans isst man hierzulande Rotkraut und Erdäpfelknödel. Beim geräucherten Lachs kommt es weniger auf die Beilage, sondern viel mehr auf die Würze an. Auch der Tafelspitz mit Apfelkren wird gern verzehrt. Da man an den Feiertagen auch ausgiebig mit der Familie um den festlich gedeckten Tisch sitzt und sich unterhält, gelten Raclette und Fondue ebenso als besonderer Tipp an Christ- und Stephanitag.

Tirol
Abseits von vereinzelten bäuerlichen und familiären Bräuchen wird in Tirol am Heiligen Abend inzwischen "ganz individuell" gekocht. "Festtagsgerichte, wie Würstelsuppe, Blutwurst und -kuchen sowie Schweinsbraten wie zur Jahrhundertwende haben sich als Tradition aufgelöst", erklärte Oliver Haid vom Institut für Europäische Ethnologie und Volkskunde an der Universität Innsbruck.

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