Fr, 19. Jänner 2018

"Nicht geeignet"

18.12.2008 12:00

"Coca-Cola ist kein geeignetes Verhütungsmittel"

Eine in den 50er und 60er Jahren kursierende groteske Verhütungsmethode hat jetzt eine Medizinerin aus den USA endgültig als Humbug deklariert. Coca-Cola sei kein geeignetes Verhütungsmittel, erklärt Deborah Anderson im "British Medical Journal". Anderson ist Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie der Harvard Medical School in Boston, in der Vergangenheit wurde ihr für eine ähnlich groteske Studie ein sogenannter "Anti-Nobelpreis" verliehen.

In manchen armen Ländern würden Scheidenspülungen mit Cola nach dem Sex immer noch als Verhütungsmittel eingesetzt, rechtfertigt Anderson die seltsam anmutende Publikation. Auch in den USA glaubte man lange Zeit daran, im deutschsprachigen Raum kam die Theorie eher nur in besonders schrillen Anfragen an das "Dr.-Sommer-Team" der Jugendzeitschrift "Bravo" vor.

Das Getränk könne aber gar keine empfängnisverhütende Wirkung haben, schreibt die Ärztin. Allein deswegen, weil eine Cola-Dusche nach dem Sex die Samenzellen auch nicht mehr "einholen" könne.

Tatsächlich könne Cola für den Unterleib der Frau sogar gefährlich sein, meint Anderson. Das Getränk töte nützliche Bakterien in der Vagina ab und steigere so das Risiko für Infektionen und sexuell übertragbare Krankheiten. Zudem gebe es effektivere Verhütungsmethoden, deren Anwendung auch einfacher sei.

Medizinerin bekam Anti-Nobelpreis
Die Wissenschaftlerin hatte sich an die Zeitschrift gewandt, nachdem eine frühere Studie ihrer Forschungsgruppe zum Einfluss von Coca-Cola auf menschliche Spermien kürzlich den Anti-Nobelpreis für groteske Themenstellungen in der Wissenschaft erhalten hatte. Anderson befürchtete, die ironische Auszeichnung könne das Gerücht, dass Cola Spermien abtöte, weiter verbreiten.

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