Fr, 20. Oktober 2017

Autozulieferer-Krise

16.12.2008 15:49

Stahlstiftung vorbeugend gegen Mitarbeiter-Abbau

Betriebsferien zu Weihnachten - nur der Hochofen darf nicht stillstehen - und Abbau von Leasingarbeitern könnten nicht reichen, um die Linzer Voest aus der Krise zu ziehen: Um Kündigungen von Stammpersonal, die Chef Wolfgang Eder nicht mehr ausschließt, zu verhindern, will der Betriebsrat nun die Stahlstiftung umlenken.

Die älteste Arbeitsstiftung Österreichs wurde 1987 gegründet, um den Opfern der damaligen Stahlkrise neue Jobs zu verschaffen. Zentralbetriebsrat Hans-Karl Schaller sieht für sie nun eine neue Aufgabe: "Sie könnte schon vorbeugend eingesetzt werden, um Mitarbeitern, die sich beruflich verändern wollen, bei der dafür nötigen Ausbildung zu helfen."

Stundenlange Betriebsrats-Diskussionen
Dienstag debattierten die Voest-Betriebsräte mehrere Stunden darüber - und über weitere Möglichkeiten, ihr 15-Punkte-Programm zur Rettung der Voest-Jobs, auf das die Konzernleitung großteils eingegangen war, noch zu erweitern. Denn radikaler Abbau von Überstunden und Urlauben, Produktionsdrosselungen und Einsparungen von Investitionen sind ausgeschöpft. Und nach den Leasing-Kündigungen könne es künftig auch an die Substanz gehen, wie Voest-General Eder befürchtet. In England sei es bereits so weit.

Verluste bei Mitarbeiter-Beteiligungen
Verlierer sind die Stamm-Voestler schon jetzt bei der Mitarbeiterbeteiligung: Ihre 18 Millionen Aktien sind innerhalb eines Jahres von 1,2 Milliarden auf 300 Millionen Euro abgestürzt und damit nur noch halb soviel wert wie 2003, als die Voest privatisiert wurde. "Hauptzweck ist aber die Verhinderung feindlicher Übernahmen", tröstet sich Schaller.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).