Mo, 18. Dezember 2017

Mordprozess

15.12.2008 13:08

Wurde Mann ermutigt, sich selbst anzuzünden?

Ein Mordprozess um tödliche Verbrennungen eines 35-Jährigen ist am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt fortgesetzt worden. Angeklagt sind die Ehefrau des Opfers und ein 33-Jähriger, angeblich der Liebhaber der Türkin. Die beiden sollen den Mann im September 2006 in Ternitz (Bezirk Neunkirchen) dazu ermutigt haben, sich selbst anzuzünden. Das Opfer, das an religiösen Wahnvorstellungen litt, starb.

Eines der Motive der Angeklagten laut Staatsanwaltschaft: Lebensversicherungen des 35-Jährigen, die der Ehefrau zu gute kamen. Der 35-Jährige habe geglaubt, er sei ein "Dede", ein Nachkomme Mohammeds, und habe in der Vorstellung gelebt, dass er nicht sterben werde, wenn er sich selbst anzünde.

Mit Benzin übergossen und angezündet
Am Tag des Vorfalls fuhren das spätere Opfer, seine Frau, der gleichaltrige Freund - der angebliche Liebhaber - sowie eine 34-Jährige laut Anklage zu einem ausgetrockneten Flussbett. Der 35-Jährige habe sich dort mit Benzin übergossen und angezündet. Als die Zeugin dem Mann helfen wollte, sei sie von den beiden Beschuldigten festgehalten worden. Das Oper erlitt schwerste Verbrennungen und starb an einem Herz-Kreislaufversagen.

Wie bei den ersten beiden Prozesstagen am 2. und 3. Dezember bekannten sich die Angeklagten auch am Montag nicht schuldig. Sonja Arleth, Vorsitzende des Geschworenensenats, lieferte zu Beginn der Verhandlung die Erkenntnis, dass der Zweitangeklagte sich mittlerweile in Strafhaft befindet. Er wurde in Wien wegen versuchten schweren Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Angeklagte sind "psychisch gesund"
Der psychiatrische Sachverständige führte aus, dass beide Angeklagte "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" psychisch gesund sind. Es liege bei den Angeklagten keine Geisteskrankheit oder tiefgreifende Bewusstseinsstörung vor, so der Experte.

Ein 59 Jahre alter Arzt, bei dem der 35-Jährige vor seinem Tod in Behandlung stand, gab an, den Mann 2005 wegen Verdachts auf Panikattacken behandelt zu haben. Ein Neurologe habe immer wieder kehrende Depressionen festgestellt, entsprechende Medikamente wurden verordnet.

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