Mi, 22. November 2017

Nach der Rettung

05.12.2008 16:08

Land drückt bei Faser-Lenzing aufs Tempo

Bei der Umsetzung der Oberösterreich-Lösung für den börsenotierten Faserhersteller Lenzing will das Land Tempo machen. Wie Landeshauptmann Josef Pühringer (V) in einer Pressekonferenz am Freitag in Linz erklärte, soll der Deal noch heuer von der Landesregierung abgesegnet werden. Wie berichtet will man den Leitbetrieb mit einer Landeshaftung von bis zu 400 Mio. Euro in der Region halten. Das Land sichert sich auf diesem Weg über ein Pfandrecht die Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie am Unternehmen.

Der Landtag hat diese Woche einstimmig den Haftungsbeschluss für Lenzing gefasst, nun ist die Regierung am Zug. Zudem wird ihr Pühringer vorschlagen, keinen Politiker, sondern Landesfinanzdirektor Josef Krenner für den Aufsichtsrat zu nominieren. Dieser sei in wirtschaftlichen Fragen sehr beschlagen und habe zudem in den vergangenen Wochen als "Mittelsmann" zwischen ihm und Lenzing agiert, so der Landeshauptmann. "Er hat einen sehr guten Einblick ins Unternehmen erhalten."

"Mit Oberösterreich kann man rechnen!"
Der designierte Vorstandschef Peter Untersperger unterstrich die Bedeutung des Faserproduzenten für Oberösterreich: Man habe in den vergangenen Jahren rund 500 Mio. Euro in den Standort investiert, die Budget für Forschung und Entwicklung belaufe sich auf 25 Mio. 150 Mitarbeiter seien in diesem Bereich tätig. Ein strategischer Käufer - der indische Mitbewerber Birla war immer wieder genannt worden - hätte die Investitionen am Stammsitz sukzessive zurückgefahren und Kapazitäten ins Ausland abgezogen, warnte Untersberger. Auch China sei an dem "Filetstück" interessiert gewesen. Die B&C Holding, die mit 90,2 Prozent Mehrheitseigentümer des Unternehmens ist und von der UniCredit die Genussrechte zurückkauft, habe "sehr weitsichtig" gehandelt. Er wusste, "dass man mit Oberösterreich rechnen kann", so der Lenzing-Chef zur gefundenen Lösung.

Unterdessen ist ein Streit um Retter-Rolle entbrannt: Er finde es "ein wenig dreist", eine Lösung, an der man nicht mitgewirkt habe, öffentlich als die eigene darzustellen, sagte Pühringer in Richtung der SPÖ. Deren Landesparteichef Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider konterte in einer Aussendung, dass er "für die kleinlichen Streitereien und VP-Unkenrufe nicht zu haben" sei. "Denn es zählt einzig und allein das positive Ergebnis für die Menschen im Betrieb und in der Region." Die Verträge für den Rückkauf müssten so rasch wie möglich von der Landesregierung beschlossen werden. Haider machte darauf aufmerksam, dass die SPÖ in den vergangenen Jahren in Regierung und Landtag mehrmals das Knüpfen eines Sicherheitsnetzes für die Leitbetriebe beantragt habe. Die Behandlung und Realisierung sei aber zuletzt auf das Frühjahr 2009 verschoben worden.

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