Mi, 13. Dezember 2017

Fall Kampusch

05.12.2008 09:19

Ermittlungen in Richtung Kinderpornografie

Im Fall Natascha Kampusch wird in Richtung Kinderpornografie ermittelt. Das sagte der neue Leiter des Bundeskriminalamts (BK), Franz Lang, in der "ZiB2" am Donnerstag. Es seien "im weiteren Umkreis" des Falls "Verdachtsmomente in Richtung Kinderpornografie und eines Pornoringes" aufgetaucht.

Mehr wollte Lang dazu jedoch nicht sagen. Die Theorie eines zweiten Entführers sei hingegen nicht im Umfang des Ermittlungsauftrages. Gefragt, ob er an einen zweiten Entführer glaube, sagte Lang: "Es ist völlig offen, die Ermittlungen laufen."

Entführung neu aufgerollt
Das Justizministerium hatte das Neu-Aufrollen des Entführungsfalls der heute 20-Jährigen am 23. Oktober angekündigt. Einen Tag später übermittelte das Innenministerium diesbezüglich eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien. Diese entschied Anfang November bei einer Besprechung mit Oberstaatsanwaltschaft und Innenministerium, tatsächlich neue Erhebungen zu starten.

Mit dem Ermittlungsauftrag sei formal ein neues, eigenes Verfahren eröffnet worden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es handle sich daher nicht um eine Wiederaufnahme des eigentlichen Entführungsfalls. "Ergänzungen, auf Basis des Berichts der Evaluierungskommission", die unter Leitung des früheren Verfassungsgerichtshofpräsidenten Ludwig Adamovich mögliche Ermittlungspannen unter die Lupe genommen hatte, bildeten den Ausgangspunkt für die neuen Ermittlungen.

Mehr als acht Jahre in Kellerverlies
Natascha Kampusch wurde im Alter von zehn Jahren in Wien auf dem Schulweg entführt und über acht Jahre von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies in Strasshof (Bezirk Gänserndorf) gefangen gehalten. Im August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht, ihr Kidnapper nahm sich daraufhin das Leben.

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