Di, 12. Dezember 2017

Singend im "Circus"

28.11.2008 08:40

Britney Spears: "Circus"

"Es gibt zwei Arten von Männern da draußen: Die eine kann mit mir umgehen, die andere fürchtet sich vor mir", singt Britney Spears im Titelsong ihres sechsten Studioalbums "Circus", das am Ende November erschien. Nicht nur auf Männer dürfte diese Aussage der 27-jährigen Pop-Prinzessin zutreffen. Viel Glück all jenen, die heute - ziemlich genau zehn Jahre nach dem Hit "Baby One More Time" - versuchen, sich ein nicht durch Gerüchte, angebliche Skandale und Kampagnen verklärtes oder verzerrtes Bild einer Pop-Prinzessin, Kindsmutter oder vom Vater bevormundeten Erwachsenen zu machen. Auf "Circus" erkennt man, musikalisch betrachtet, jedenfalls eine Sängerin - und ein durchwegs gelungenes Album.

Im Unterschied zu "Blackout", dem mit MTV-Preisen überhäuftem sogenannten "Comeback-Album" aus dem Vorjahr, tritt "Circus" etwas dezenter auf. Der Fokus liegt auf den stampfenden Beats, prägnanten Breaks und nicht so einfach unvorhersehbaren Melodien. Peinliche Ausrufe wie "It's Britney bitch!" finden sich darauf ebenso wenig, wie die beim letzten Mal wild zusammengeschusterte Songauswahl aus den unteren Schubladen eines Produzententeams. In den Credits taucht Miss Spears zwar weiterhin nur bei zwei Songs neben etlichen weiteren Namen als Autorin auf, doch das ist in der Popwelt vernachlässigbar.

Wichtiger ist auf "Circus", dass die 13 Tracks eigentlich ziemlich gut ineinandergehen und für die Interpretin in Sachen Text und Musik nichts peinlich wird. Statt unglaubwürdiger Rundumschläge auf böse Energie-Vampire, begegnet man dem Trubel um die Person Britney Spears zeitweilig mit Humor und Zynismus. "Mister photographer, I'm ready for my close-up", heißt es im Refrain von "Kill The Lights". Auf "Lace And Leather" gibt's weder schwüle Teenagererotik noch halbgare Sadomaso-Phantasien, dafür dezentes Lippenbeißen und elektrisierenden Rhythmus.

Im Video oben gibt's auf krone.tv den Clip zur zweiten Single "Circus". In der Infobox findest du das Video zur ersten "Circus"-Single "Womanizer"!

Insgesamt darf sich das Album in die Kategorie "kompromisslos tanzbar" einreihen, zumal auch bei den Melodien Wert darauf gelegt wurde, dass sich Miss Spears etwas mehr ausleben kann, ohne überfordert zu werden. Mit dem letzten Madonna-Album kann sich die urbane Platte allemal messen, die Sounds sind vielleicht sogar etwas ausgereifter und bunter. Es scheint, als hätte sich die Spears'sche Produzenten-Armada diesmal wirklich darum gekümmert, ein Album mit einer Sängerin statt mit einem Star zu machen. Musikalisch totsagen kann man die Frau nach "Circus" wohl weiterhin nicht so schnell.

8 von 10 Zirkusattraktionen

Von Christoph Andert

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