Do, 23. November 2017

Inoffiziell

26.11.2008 09:53

Mögliche Personalrochaden durch neue Regierung

Zwei Mühlviertler kommen in die neue Regierung, dafür wird Quelle-Betriebsratschef Felix Hinterwirth als logischer Nachfolger von Kassenchef Stöger gehandelt. Reinhold Mitterlehner soll die zwei Pühringer-Anwärter Strugl und Stockinger verdrängen.

Wer ist Alois Stöger, der neue Gesundheitsminister aus Gallneukirchen? Medienscheu ist er jedenfalls (noch) und verweigert Interviews. "Er ist jemand, dem eine Angelobung noch etwas bedeutet", vertröstet ein Mitarbeiter Stögers die Presse. Also mehr von ihm spätestens ab 2. Dezember.

Stöger fängt als Jugendsekretär im ÖGB an
Einer der Menschen, die Stöger am besten kennen, ist Walter Schopf, und das nicht nur, weil er ebenfalls Mühlviertler ist: "Ich habe ihn vor 20 Jahren als Jugendsekretär beim ÖGB eingestellt, seit 20 Jahren arbeitet er in meinem Büro", sagt Schopf. Stöger sei ein ordentlicher Kerl und ein klasser Mensch, gestählt in vielen Verhandlungen (zuletzt für den Sozialplan der Tabakwerker in Linz), er akzeptiere nicht alles und könne sehr hartnäckig sein, auch emotional werden. Schopf: "Wir haben in ihm einen guten Minister, der im Sinne der Versicherten eine ordentliche Geschichte in Wien abliefern wird."

Nachfolger als Gebietskrankenkassen-Obmann
Wer folgt dem Metallgewerkschafter Alois Stöger als Obmann der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse nach? Hat man das weit verbreitete Erbpachtdenken im Kopf, so drängte sich natürlich ein Metaller auf, nämlich Hans Karl Schaller, der Krankenkassenvorstand Josef Kronister in der Gewerkschaft, der Voest und der AK beerbt hat. Aber genau das ist die Crux: Schaller ist AK-Vizepräsident - und Obmann noch dazu, das geht einfach nicht. Am wahrscheinlichsten ist ohnehin, dass Felix Hinterwirth Stöger nachfolgt. Der Betriebsratschef der Quelle AG und Privatangestelltengewerkschafter war schon bisher Obmannstellvertreter an Stögers Seite: "Der kennt das Geschäft", so ein Beobachter.

Öffentlichkeitsbewusster Wirtschaftsminister
Auch Reinhold Mitterlehner ist Mühlviertler, aber weitaus mehr auf Öffentlichkeit bedacht als Stöger. So kann man allerlei private und berufliche Dinge auf seiner persönlichen Website www.reinholdmitterlehner.at nachlesen, wodurch auch die Beschreibung des Wirtschaftskämmerers als ehrgeizig und zielstrebig untermauert wird.

Run auf LH-Sessel
Doch wie ehrgeizig ist Mitterlehner wirklich? "Manche halten es schon für möglich, dass der noch nicht ganz 53-Jährige den beiden Landes-ÖVP-Größen Michael Strugl und Josef Stockinger die Kronprinzenrolle im Angesicht von Landeshauptmann Josef Pühringer streitig machen könnte. Das ist nicht sooo weit hergeholt: In der Steiermark galt Minister Martin Bartenstein lange als potenzieller Landeshauptmann und der Tiroler Günther Platter ist aus dem Ministeramt auf den LH-Sessel gewechselt. Jedenfalls wäre es wohl eine späte Genugtuung für Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl, wenn Mitterlehner Pühringer ablösen sollte. Vielleicht bringt er ja auch noch seine Generalsekretärin Anna-Maria Hochhauser in der OÖ-Landesregierung unter.

Mächtiger Mitterlehner-Clan
Jedenfalls hat der Clan der Mitterlehners seinen Einfluss weiter ausgebaut. Reinhold Minister, Bruder Andreas Hypo-Chef, Schwägerin Wilbirg Bezirkshauptfrau, Schwägerin Michaela (Keplinger-Mitterlehner) im Raiffeisenvorstand.

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