Di, 21. November 2017

Fall Kampusch

25.11.2008 12:53

Bundeskriminalamt soll jetzt offene Fragen klären

Nach mehrwöchiger Wartezeit ist der Ermittlungsauftrag für neuerliche Erhebungen im Fall Natascha Kampusch am Montag beim Bundeskriminalamt (BK) eingelangt. Neu aufgerollt wird das bisherige Ergebnis der Nachforschungen rund um das Kidnapping und der achteinhalb Jahre dauernden Gefangenschaft in einem Verließ in Strasshof (Bezirk Gänserndorf) aber nicht.

"Es geht um Erkundigungen, die sich nicht auf den Entführungsfall Natascha Kampusch selbst beziehen, sondern um Ermittlungen, die in dem Zusammenhang geführt worden sind", stellte der zuständige Abteilungsleiter Gerhard Lang am Montag klar.

Ermittlungen beziehen sich nicht auf mögliche Mittäter
Statt der Entführung müssten sich die Beamten nun vielmehr noch einmal mit "zweckdiendlichen Hinweise in speziellen Fällen" beschäftigen, erklärte Lang. Dabei gehe es um "ein bis zwei Fragen", allerdings nicht um die mehrfach kolportierte Mehrtätertheorie oder etwaige weitere Opfer von Natascha Kampuschs Entführer Wolfgang Priklopil. Details über den Inhalt des Ermittlungsauftrages würden aus Datenschutz- und kriminaltaktischen Gründen nicht genannt.

"Jetzt heißt es, das Ganze einmal ansehen", betonte Lang. "Wie klein oder groß" die Erhebungen sein werden, könne man daher derzeit noch nicht sagen. Eine sogenannte Sonderkommission, von der in Medien ebenfalls mehrfach berichtet wurde, schloss der BK-Mitarbeiter allerdings aus. Beamte aus Wien und dem Burgenland, die in den vergangenen Jahren mit dem Fall Kampusch betraut waren, sollen an den neuen Ermittlungen nicht beteiligt sein. Dies sei derzeit "nicht beabsichtigt", weil es sich um ganz andere Gebiete handle, so Lang.

Das Justizministerium hatte neue Ermittlungen im Entführungsfall von Natascha Kampusch bereits am 23. Oktober angekündigt. Einen Tag später übermittelte das Innenministerium diesbezüglich eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien, die sich mit Personen aus dem Umfeld von Natascha Kampuschs Entführer Priklopil beschäftigte. Am 6. November entschied sich die Staatsanwaltschaft für einen Ermittlungsauftrag an das Bundeskriminalamt, dieser langte am Freitag im Innenministerium ein.

Acht Jahre in Kellerverlies gefangen
Kampusch wurde im Alter von zehn Jahren in Wien auf dem Schulweg entführt und von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten. Im August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht, ihr Kidnapper nahm sich daraufhin das Leben.

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