Mi, 22. November 2017

Tragödie

11.11.2008 13:36

Altbauer erstickt - Anklage gegen Sohn

Der tragische Tod eines Altbauern in St. Peter am Wimberg dürfte ein gerichtliches Nachspiel haben: Denn nachdem sein 81-jähriger Vater bei einem Heizraumbrand hilflos erstickt ist, droht dem 53-jährigen Sohn vermutlich eine Anklage. Der Vorwurf: Der Mühlviertler soll die Heizanlage fahrlässig betrieben und gewartet haben. Ob auch die Gemeinde zur Verantwortung gezogen wird, ist derzeit noch unklar, es soll aber schon seit etwa zwanzig Jahren keine Feuerbeschau mehr gegeben haben.

Bei landwirtschaftlichen Betrieben ist ein Intervall von acht Jahren vorgeschrieben, in dem Sachverständige eine Feuerbeschau durchführen müssen. Bei Privathäusern sind es gesetzlich zwölf Jahre. Laut derzeitigen Polizei-Erhebungen habe die Gemeinde diese Fristen im Hof in St. Peter am Wimberg lange verstreichen lassen. Dabei hätte es viel zu beanstanden gegeben: Das Verbindungsstück vom Ofen zum Kamin sei zerfressen und löchrig, brennbares Material liege zu nah am Holzofen, die Verbindungstür vom Heiz- zum Vorraum sei aus Holz und damit keine Brandschutztür. Außerdem habe es Bauarbeiten gegeben, die das Ausbreiten der Flammen begünstigt hätten.

Ermittlungen gegen Sohn
Da der 53-jährige Jungbauer Augustin H. jun. die Anlage betrieben hat, wird nun gegen ihn wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst ermittelt (die Unschuldsvermutung gilt). Das Strafgesetzbuch sieht eine Höchststrafe von drei Jahren Haft vor, wenn durch einen Brand ein Mensch ums Leben kommt.

Vater im Schlaf vom Rauch überrascht
Doch der Jungbauer muss erst damit fertig werden, dass sein 81-jähriger Vater Augustin H. so tragisch ums Leben gekommen ist. Durch das löchrige Verbindungsstück dürfte der Brand ausgelöst worden sein, dann zogen Rauchschwaden ins Vorhaus und ins Nebenzimmer, wo der Vater geschlafen hatte.

Altbäuerin konnte sich retten
Die 75-jährige Altbäuerin Rosa konnte sich retten. Der Altbauer wollte auch flüchten, Qualm schnitt ihm aber den Weg durch den Vorraum ab. Rauch zog dann ins Schlafzimmer, nahm ihm die Orientierung. Er kauerte sich verzweifelt in eine Ecke und erstickte hilflos.

Feuerwehr konnte Wirtschaftstrakt retten
Die Feuerwehr war mit hundert Helfern im Einsatz und konnte den Wirtschaftstrakt noch retten. Beim Durchsuchen der Wohnräume wurde dann der tote Altbauer gefunden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden