Mi, 13. Dezember 2017

Gedenkfeier

07.11.2008 09:20

Martyrium begann vor 70 Jahren mit Brandstiftung

Zur Gedenkfeier lädt die Israelitische Kultusgemeinde anlässlich des 70. Jahrestages der "Reichskristallnacht" am Sonntag in ihre Synagoge in der Bethlehemstraße. Am 10. November 1938 brannten SS-Männer im Morgengrauen die 1877 erbaute Synagoge nieder.

Der spätere Diözesan-Bildungswerkleiter Franz Mittermayr beobachtete vom Priesterseminar gegenüber, wie SS-Schergen mit Benzinkanistern den Brand auslösten und dokumentierte ihr Verbrechen mit bedrückenden Fotos.

Pogromnacht als 13-Jähriger überlebt
Der 83-jährige Dipl. Ing. George Wozasek, Präsident der nur noch 50 Gläubige umfassenden Israelitischen Kultusgemeinde, hat die Pogromnacht als 13-Jähriger in Amstetten er- und überlebt. Die hasserfüllten Rufe "Jude verrecke" und das Klirren eingeschlagener Fenster und Auslagen hört der gütige Mann 70 Jahre danach noch in den Ohren hallen.

Nur mehr 200 jüdische Bürger in Linz
Rund 600 Juden lebten damals in Linz. "192 wurden beim Holocaust ermordet", sagt die Linzer Zahnärztin Dr. Charlotte Herman, eine gläubige Jüdin. Nur zirka 200 jüdische Mitbürger leben heute in Oberösterreich.

Shalom!
Einen Rabbiner kann sich die Linzer Kultusgemeinde längst nicht mehr leisten. Nur Shalom wünscht sich George Wozasek für die Zukunft. "Wir wollen in Frieden nach den 218 Geboten und 365 Verboten unseres Glaubens leben", sagt er. Antisemtismus verspüre er in Oberösterreich zwar keinen, sagt der frühere Generaldirektor einer Papierfabrik. Dennoch bleibt Wozasek wachsam und vorsichtig: "Die Juden haben ja schon so viel Leid im Lauf der Geschichte erleiden müssen."

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