Di, 21. November 2017

Aus für PC-Sparte

04.11.2008 14:29

Siemens trennt sich von Fujitsu Siemens

Der deutsche Elektrokonzern Siemens steigt bei Europas größtem Computerhersteller Fujitsu Siemens aus. Der japanische Joint-Venture-Partner Fujitsu übernehme die 50-prozentige Beteiligung von Siemens zu einem Kaufpreis von rund 450 Millionen Euro, teilten die Unternehmen am Dienstag in München mit. Zugleich gab Fujitsu-Siemens-Chef Bernd Bischoff den Vorstandsvorsitz "aus persönlichen Gründen" ab, wie es hieß. Zu seinem Nachfolger wurde der derzeitige Finanzchef Kai Flore ernannt. Das Unternehmen ist der letzte bedeutende Computer-Hersteller in Deutschland.

Über Ausstiegspläne von Siemens war bereits seit Monaten spekuliert worden, nachdem die Dollarschwäche und der scharfe Preisverfall Fujitsu Siemens Computers (FSC) zunehmend zu schaffen machten. Siemens hatte sich wiederholt unzufrieden mit den Renditen des Unternehmens gezeigt.

1.000 Jobs vor dem Aus
Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sollen in dem Unternehmen mit weltweit gut 10.500 Beschäftigten nun zunächst 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon rund 500 in Deutschland. Insgesamt arbeiten mehr als 6.000 Menschen für Fujitsu Siemens in Deutschland, das Stammwerk liegt in Augsburg, ein zweites Werk im thüringischen Sömmerda. Die Hauptverwaltung befindet sich in München.

PC-Sparte vor Wechsel zu Lenovo?
Laut "FAZ" soll das Geschäft mit Notebooks und PCs für Privatkunden, das bisher rund 20 Prozent des Umsatzes ausgemacht habe, eingestellt werden. Fujitsu erwäge, die Sparte Personalcomputer von FSC anschließend an den chinesischen Wettbewerber Lenovo weiterzureichen. Eine FSC-Sprecherin sagte am Dienstag, es gebe dazu "keine Entscheidung".

Umsatzrückgang um 10 Prozent
Bischoff, dem laut "FAZ"-Bericht Meinungsverschiedenheiten mit Siemens-Chef Peter Löscher nachgesagt werden, hatte nach einem schwierigen ersten Quartal bereits die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 (31. März) gedämpft. Fujitsu stellt sich angesichts des schwierigen Marktumfelds nun auf einen deutlichen Umsatzrückgang für das Unternehmen um zehn Prozent auf sechs Milliarden Euro ein. Ursprünglich hatte Bischoff noch einen fünfprozentigen Erlösanstieg in Aussicht gestellt.

Durch den Verkauf der Beteiligung an Fujitsu erzielt Siemens nach Angaben eines Unternehmenssprechers einen Buchgewinn von 310 Millionen Euro. Der Konzern treibt mit der Trennung seine Konzentration auf die Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit voran. "Wir freuen uns, dass unser Joint-Venture-Partner Fujitsu unsere Beteiligung an Fujitsu Siemens Computers übernimmt und das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen wird", erklärte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser.

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