Mo, 18. Dezember 2017

In der Finanzkrise

03.11.2008 13:03

Wirtschaftskammer fordert Hilfspaket für Bauern

Angesichts der internationalen Finanzkrise fordert die Landwirtschaftskammer Oberösterreich auch für die Bauern ein Hilfspaket. Besonders der Milchmarkt sei derzeit massiv unter Druck, berichtete Präsident Hannes Herndl in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. "Marktregulierungen auf europäischer Ebene sind unverzichtbar." Die Quotenregelung solle beibehalten werden, forderte Herndl, der auch für eine Milchkuhprämie mit einer Zielgröße von 100 Euro eintritt.

Die Milchbauern hätten aktuell wieder mit spürbar rückläufigen Erzeugerpreisen zu kämpfen, so Herndl. Gleichzeitig seien aber die Produktionskosten im vergangenen Jahr um durchschnittlich 6 Cent pro Kilo angestiegen. "Deregulierung ist sicher der falsche Weg", kritisierte der Präsident. Der Markt brauche nicht zuletzt in Zeiten einer Finanzkrise eine aktive Steuerung. Herndl tritt für eine Milchkuhprämie als sofortige Ausgleichsmaßnahme ein, die EU müsse dafür zusätzliche Budgetmittel zur Verfügung stellen.

Er appelliert aber auch an die Konsumenten, keinesfalls den "Verlockungen vermeintlich billiger ausländischer Molkereiprodukte" zu erliegen. "Diese könnten uns letztendlich gesamtwirtschaftlich teuer zu stehen kommen." Ein langjähriger Vergleich zeige, dass gerade Molkereiprodukte eine stark unterdurchschnittliche Preisentwicklung aufweisen würden, so Herndl: Während sich die Nettolöhne in den vergangenen 22 Jahren um 79 Prozent und die Verbraucherpreise allgemein um 64 Prozent erhöht hätten, sei die Steigerung der Lebensmittelpreise bei nur 47 Prozent und jene in der Kategorie Molkereiprodukte und Eier bei lediglich 30 Prozent gelegen.

Kammerdirektor Friedrich Pernkopf berichtete von einem "massiven Strukturwandel" in der heimischen Landwirtschaft: In Oberösterreich würden jährlich an die 850 Betriebe die Milchanlieferung einstellen. Von bundesweit insgesamt 795.000 Kühen seien 524.000 Milchkühe. Vor knapp vier Jahren sei diese Zahl noch bei 540.000 gelegen. "Wir hatten schon einmal eine Million", berichtete Pernkopf.

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