Fr, 25. Mai 2018

Grünes Licht

31.10.2008 18:26

Großbanken dürfen Constantia übernehmen

Die heimischen Großbanken dürfen die Constantia Privatbank (CPB) übernehmen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am Freitag die Eigentumsübertragung bankrechtlich bewilligt, indem sie die entsprechenden Genehmigungen und Nichtuntersagungsbescheide erteilt hat. In einer außerordentlichen Hauptversammlung wird nächste Woche der neue Constantia-Aufsichtsrat bestellt werden.

Jetzt wird eine rechtliche und wirtschaftliche Due Diligence (systematische Stärken-/Schwächen-Analyse des Objekts) durchgeführt, danach erst soll über die weitere strategische Ausrichtung entschieden werden. Ungeachtet dessen wollen sich die Banken gegen weitere Risiken absichern, die ihnen aus der in Schwebe befindlichen Spaltung oder Nicht-Spaltung von der Immosparte (Immofinanz/Immoeast) blühen könnten. Für diese Spaltung steht ein FMA-Okay noch aus. Was den Banken dem Vernehmen nach derzeit gar nicht so unrecht ist. Denn in Sachen Immos drohen teure Schadenersatzklagen.

Vorbereitungen zur Aktien-Übernahme abgeschlossen
Ein aufsichtsrechtlicher Genehmigungsschritt ist seit Freitag jedenfalls da: Nach der FMA-Genehmigung hat das Banken-Konsortium mit der Gründung der gemeinsamen Holdinggesellschaft "Aviso Gamma GmbH" die Vorbereitungen zur Übernahme der Aktien der Constantia Privatbank AG zu 100 Prozent abgeschlossen, so die CPB in einer Pressemitteilung.

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Privatbank soll der Wirtschaftsprüfer Walter Knirsch, vormals Partner der KPMG, werden. Die weiteren Aufsichtsratsmitglieder werden die Beteiligungschefs der fünf Konsortialbanken sein: Brigitte Braun (Volksbanken), Peter Hofbauer (UniCredit Bank Austria), Wilhelm Schultze (Erste Group), Friedrich Spandl (BAWAG-P.S.K.) sowie Christian Teufl (Raiffeisen Zentralbank AG).

Als neuer Banken-Chef ist der einstige FMA-Chef Andreas Grünbichler im Gespräch. Eine offizielle Nominierung steht dem Vernehmen nach noch aus.

Bank Austria und RZB halten jeweils rund 25 Prozent an der Holding-Gesellschaft, die Erste Bank 23,75 Prozent, die Volksbanken 15,6 und die BAWAG 10,6 Prozent. Das sah der Plan vor der entscheidenden HV vor.

"Kein Sanierungsfall, sondern eine werthaltige Bank"
"Die Constantia ist kein Sanierungsfall, sondern eine werthaltige Bank", so der designierte Aufsichtsratsvorsitzende Knirsch laut Aussendung. Die ordentliche Fortführung der Geschäfte der Constantia durch die neuen Eigentümer sei jetzt gesichert. Die Neo-Eigentümer selber wollen vor Aussagen, ob sie die Bank als Sanierungsfall klassifizieren oder nicht, die Due Dilience abwarten, hieß es.

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