Mo, 21. Mai 2018

Explosiver Talk

31.10.2008 12:25

Mörder Rabins sorgt mit Interview für Empörung

Der Mörder des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin hat mit einem ungenehmigten Telefon-Interview aus dem Gefängnis für Empörung in Israel gesorgt. In dem am Donnerstagabend ausgestrahlten Interview des israelischen Fernsehsenders Channel 10 erklärte der 38-jährige Yigal Amir, er habe schon vor dem Mord am 4. November 1995 Gelegenheit zur Tötung des Regierungschefs gehabt.

Auf die Idee des Mordes sei er gekommen, nachdem hochrangige Militäroffiziere das von Rabin unterzeichnete Friedensabkommen von Oslo mit den Palästinensern öffentlich abgelehnt hätten. Dabei nannte Amir ausdrücklich unter anderem den ehemaligen Ministerpräsidenten Ariel Sharon sowie Kabinettsminister Rafi Eitan.

Ausstrahlung des Gesprächs verurteilt
Das Gespräch wurde nur im Ton, aber ohne Bild ausgestrahlt. Die israelische Friedensbewegung "Peace Now" verurteilte das Interview umgehend. Die Medien sollten nicht mit dem Mörder zusammenarbeiten und ihm keine Plattform bieten, sagte der Generalsekretär der Organisation, Yariv Oppenheimer.

Auch Vertreter des gesamten politischen Spektrums kritisierten am Freitag die beiden involvierten privaten Fernsehsender. Amir solle "unter keinen Umständen" an der öffentlichen Diskussion teilnehmen, sondern für den Rest seines Lebens im Gefängnis versauern, erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak.

Der Chef der Nationalreligiösen Partei, Sevulun Orlev, warf den Sendern vor, die Ächtung Amirs dem "goldenen Kalb der Einschaltquoten" zu opfern. Einer der Sender wollte das vollständige Interview am Freitagabend ausstrahlen.

Amir verliert Privilegien
Nach der Ausstrahlung kündigte die israelische Gefängnisbehörde an, Amir werde wegen des nicht genehmigten Interviews in ein anderes Gefängnis transferiert. Er werde auch seine Telefon- und Besuchsprivilegien verlieren, hieß es. Amirs Bruder Amitai erklärte allerdings, das Gespräch sei ohne Kenntnis des 38-Jährigen aufgenommen worden.

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