Sa, 26. Mai 2018

AK fordert Senkung

30.10.2008 12:54

Österreich stöhnt unter Gas- und Strompreisen

Zuerst die Kostenexplosion beim Tanken, dann die Preisspirale bei den Lebensmitteln und zuletzt die internationale Finanzkrise. Als wäre das alles nicht genug, droht den heimischen Haushalten zu Beginn der Heizperiode die nächste Hiobsbotschaft. Und die hat es in sich: Die Gebühren bei Gas und Strom steigen ab November um bis zu 28 Prozent an. Konsumentenschützer fordern jetzt vehement: Runter mit den Preisen!

Hintergrund für den rasanten Anstieg der Energiepreise ausgerechnet jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit: Die Gaspreise - durch Verträge mit Russland geregelt - sind an den internationalen Rohölmarkt gekoppelt.

Und was wir im Sommer mit den Spritpreisen mitmachen mussten, erleben wir jetzt bei der Energie. Fazit: 300.000 Österreicher könnten es sich schon bald nicht mehr leisten, ihre Wohnung warm zu halten. Robert Staudinger, Wirtschaftsexperte der Arbeiterkammer Niederösterreich, fordert daher: "Runter mit den Preisen!"

Und die haben es derzeit je nach Bundesland ganz schön in sich:

  • Niederösterreich: Fix ab 1. November ist, dass Gas um 28 Prozent steigt. Stromkosten dürften um 10 Prozent in die Höhe schnellen.
  • Steiermark: Ab 15. November ziehen die Gaspreise um bis zu 26 Prozent an. Kurios: Jetzt will Landeshauptmann Voves die Erhöhung des landeseigenen Energiekonzerns abfedern.
  • Oberösterreich: Auch Erdgas OÖ dreht die Kostenspirale um beinahe ein Viertel nach oben.
  • Wien: In der Bundeshauptstadt muss man ab Monatsmitte um 20 Prozent mehr berappen.
  • Burgenland: Die Tarife werden ab 1. Jänner erhöht.
  • Salzburg: Hier hat die Landtagswahl Vorrang - vorerst keine weiteren Steigerungen bis Mitte 2009.
  • Tirol: Strom bleibt gleich, Gas wird dafür demnächst saftig teurer.
  • Vorarlberg: Kostenexplosion auch im Ländle. Die VEG erhöht schon bald um bis zu 16 Prozent.
  • Kärnten: Negativ-Rekord in Klagenfurt. Hier muss jede Familie 1.062 Euro jährlich für Gas bezahlen.

Der Grund für die Preisdifferenzen in den Bundesländern sind unterschiedliche finanzpolitische Investitionen und oft auch wahltaktische Motive. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl: "Für mich ist der Wucher nicht nachvollziehbar. Die Ölpreise sind im Keller. Gerade angesichts der Finanzkrise müsste die öffentliche Hand den landeseigenen Konzernen unter die Arme greifen."

Der beste Tipp für alle, die sparen müssen: Strom- oder Gasanbieter wechseln. Dank Bonus kann man 200 Euro sparen. Einen Tarifkalkulator für Strom und Gas findest du in der Infobox.

Von Gregor Brandl und Michael Pommer, Kronen Zeitung

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