So, 27. Mai 2018

Kampf um Wähler

29.10.2008 13:53

Obama baut Führung vor McCain aus

In immer mehr US-Staaten zeichnet sich bei der Präsidentschaftswahl am kommenden Dienstag ein Sieg von Barack Obama ab. Neue Umfragen der Nachrichtenagentur AP mit dem Institut GFK zeigen den Kandidaten der Demokraten auch in vier Staaten vorn, bei denen die Republikaner traditionell eine solide Mehrheit hatten.

In Ohio, Nevada, Colorado und Virginia hat Obama demnach einen Vorsprung von jeweils sieben bis zwölf Prozentpunkten vor dem Republikaner John McCain. Diese Staaten stehen zusammen für 47 Wahlmännerstimmen. 252 dieser Stimmen kann Obama sammeln, wenn er in denjenigen Staaten gewinnt, in denen John Kerry vor vier Jahren für die Demokraten gesiegt hat. In der Summe hätte Obama also die für den Wahlsieg benötigten 270 Wahlmännerstimmen sicher.

Selbst in seinem Heimatstaat Arizona muss McCain bereits um den Sieg zittern. Sein Vorsprung in den Umfragen in diesem Staat ist von sieben auf nur noch zwei Prozentpunkte (46 zu 44 Prozent) geschrumpft - bei einer statistischen Schwankungsbreite von drei Prozent. Obama hingegen führt in seinem eigenen Staat Illinois mit mehr als 30 Prozentpunkten. Landesweit ergab eine Erhebung des Forschungszentrums Pew, dass 52 Prozent der Amerikaner Obama und 36 Prozent McCain wählen wollen.

Führende Republikaner verlieren Glauben an Wahlsieg
Inzwischen stellen sich auch führende Republikaner auf einen Wahlsieg Obamas ein. Der ehemalige republikanische Präsidentschaftsanwärter Mitt Romney sprach von "der sehr realen Möglichkeit einer Präsidentschaft Obama". Der republikanische Berater Joe Gaylord sagte: "Wenn Sie an Wunder glauben, dann glauben Sie an McCain."

"Entscheidung zwischen Vergangenheit und Zukunft"
Zu den Schwerpunkten der letzten Wahlkampftage gehörte Pennsylvania. Dort macht sich McCain Hoffnungen, diesen Staat den Demokraten wegzunehmen. Aber auch Obama bemühte sich am Dienstag um die Wähler in Pennsylvania. Rund 9.000 Menschen trotzten in einer Vorstadt von Philadelphia Regen und Kälte, um Obama zu hören. Anschließend sprach Obama in Virginia, wo eine Halle in Harrisonburg zu klein war, um insgesamt 20.000 Anhänger zu fassen. Der 47-Jährige bezeichnete die Wahl mit Blick auf das Alter seines 72-jährigen Kontrahenten als eine "klare Entscheidung zwischen der Vergangenheit und der Zukunft". McCain wiederum bekräftigte, dass er der Kandidat mit der größeren Erfahrung sei.

Drei Staaten besonders heftig umkämpft
Bei der Wahlkampfwerbung geben beide Kandidaten inzwischen drei Viertel ihres dafür eingesetzten Geldes in Florida, Ohio und Pennsylvania aus. Diese drei Staaten gehören traditionell zu den besonders heftig umkämpften "Battleground-States" mit knappen Entscheidungen. Derjenige Kandidat, der in mindestens zwei dieser drei Staaten siegt, wird wahrscheinlich der nächste Präsident der USA sein. Am Mittwoch war in Kissimmee in Florida erstmals eine Kundgebung Obamas an der Seite von Expräsident Bill Clinton angesetzt. Die Leser der drei größten Zeitungen in Ohio bekommen in dieser Woche als Beilage einen 95 Minuten langen Film mit reichlich Kritik an Obama. Die konservative Lobbygruppe Vereinte Bürger lässt die DVD "Hype: Der Obama-Effekt" in dieser Woche auch in Florida und Nevada beilegen. Insgesamt sollen 1,25 Millionen der DVDs in Umlauf gebracht werden, die Aktion kostet rund eine Million Dollar (798.339 Euro).

Über zwölf Millionen haben schon gewählt
Mehr als zwölf Millionen Menschen haben eine Woche vor der US-Präsidentschaftswahl bereits ihre Stimme abgegeben. Die meisten hätten dabei für den demokratischen Kandidaten Barack Obama gestimmt, erklärte der US-Politikwissenschaftler Michael McDonald der George-Mason-Universität in Fairfax am Dienstag, der die abgegebenen Stimmen aus zahlreichen Staaten anhand der angegebenen Parteizugehörigkeit der Wähler ausgewertet hat.

Demnach liegen die Demokraten in dem wegen seiner hohen Einwohnerzahl hart umkämpften Florida bisher mit 45 Prozent vor den Republikanern, die dort 40 Prozent der schon abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen konnten. Auch in Iowa und Louisiana lassen die Demokraten die Republikaner in der Auswertung hinter sich.

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