Mi, 18. Oktober 2017

"Nicht hinnehmbar"

29.10.2008 14:13

Brand und Ross wegen Sex-Anrufen suspendiert

Die BBC hat Konsequenzen aus den Protesten gegen die beleidigenden Sex-Anrufe der beiden Moderatoren Russel Brand (links im Bild) und Jonathan Ross (re.) gezogen und die Mitarbeiter suspendiert. Die beiden hatten mehrere deftige Nachrichten auf dem Anrufbeantworter des 78 Jahre alten „Fawlty Towers“-Stars Andrew Sachs hinterlassen und ihm unter anderem erzählt, dass Brand mit Sachs' 23-jähriger Enkelin Sex gehabt hätte. Generaldirektor Mark Thompson entschuldigte sich öffentlich für die Panne. Zuvor hatte sich bereits die Medienaufsicht eingeschaltet, und sogar der britische Premier Gordon Brown meldete sich zu Wort und nannte die Anrufe „unangemessen und nicht hinnehmbar“.

Die Berichten zufolge hoch bezahlten - und durchaus umstrittenen - Moderatoren Brand und Ross hatten damit nicht nur öffentlich die heiße Kurzzeit-Affäre Brands mit Sachs’ Enkelin ausgeplaudert (die 23-Jährige hat inzwischen überraschend zugegeben, dass etwas zwischen den beiden gelaufen sei, doch sie sei wahnsinnig enttäuscht darüber, wie man ihrem Großvater so etwas antun könne), sondern dem 78-Jährigen auch noch unterstellt, dass er bald schluchzend neben dem Anrufbeantworter sitzen und mit dem Gedanken spielen werde, sich umzubringen. Dann habe Brand den Schauspieler, der als Ober Manuel in "Fawlty Towers" bekannt wurde, um seinen Segen für die Hochzeit mit der 23-jährigen Georgina gebeten und ihm verraten, dass der Sex in beiderseitigem Einverständnis passiert und sehr reizend gewesen sei. „Es war voller Respekt, und ich habe ihr sogar eine SMS geschrieben, ob sie mich heiraten will“, so der Scherzkeks weiter. Insgesamt vier Nachrichten hinterließen die beiden - voller Beleidigungen und deftiger Wörter wie dem "F-Wort", das als tabu gilt.

Ein Ex-Junkie und ein Millionen-Scheffler
Die obszönen Witze und die Persönlichkeiten der Moderatoren sind aber nur die eine Seite. So ist Russell Brand ein Ex-Junkie, der einst beim Musiksender MTV rausflog, weil er sich nach den Anschlägen vom 11. September als Osama bin Laden verkleidet hatte. Und Ross gehört mit umgerechnet 7,5 Millionen Euro Jahresgage zu den bestbezahlten Moderatoren der BBC. Zu fragen sei, so britische Medien, warum die Verantwortlichen die im Voraus aufgezeichnete Show überhaupt gesendet haben. Seit der Ausstrahlung im Programm Radio 2 Mitte Oktober hatten sich rund 10.000 Briten über den Beitrag beschwert. Die BBC und die Medienaufsicht Ofcom leiteten Ermittlungen ein, wie es zu der Ausstrahlung kommen konnte und wer dafür verantwortlich war. Der Sender hat sich öffentlich entschuldigt.

"Queengate" war der Anfang der Pannen-Reihe
Es ist die bisher letzte in einer Reihe von Pannen, die der renommierten BBC zu schaffen machen, die im Vorjahr mit einem Vorfall begann, der "Queengate" getauft wurde. Damals hatten die Produzenten ein Video für eine Sendung über die Queen falsch zusammengeschnitten und ausgestrahlt. In dem Clip war zu sehen, wie die Monarchin ein Fotoshooting mit Star-Fotografin Annie Leibovitz scheinbar abbrach, weil diese sie gebeten hätte, ihre Krone abzunehmen. In Wahrheit war die Königin aber energisch zum Shooting hin und nicht wütend davon weg gestampft. Die BBC musste sich darauf bei der Monarchin entschuldigen. Später wurde die BBC zu Bußgeldern verdonnert, weil Anrufsendungen manipuliert waren.

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