Mi, 13. Dezember 2017

Für Linzer Westring

28.10.2008 15:54

Asfinag startet größte Grundablöse der Geschichte

Die Asfinag, die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG, startet für den Bau der A26, des Linzer Westrings, ihr nach eigenen Angaben bisher größtes Grundeinlöseprojekt. Insgesamt 870 Menschen, deren Wohnhäuser auf der geplanten Trasse stehen, sollen bis 2010 abgesiedelt werden. Seit Dienstag werden sie in Briefen zur Kontaktaufnahme sowie zu einer Informationsveranstaltung im November eingeladen.

Der Projektleiter für die A26, Klaus Mittermayr, sowie der für die Grundeinlösen zuständige Jakob Sendlhofer berichteten in einem Pressegespräch Dienstagabend in Linz, dass für die A26 zwischen der Waldeggstraße und dem ÖBB-Gelände des Hauptbahnhofes insgesamt 24 Gebäude eingelöst werden müssen. Sie gehören 82 Eigentümern, 32 von ihnen haben schon Kaufverträge unterschrieben. Betroffen sind weiters 147 Mietverhältnisse. Die Mieter werden jetzt angesprochen. In den Gebäuden sind 870 Personen amtlich gemeldet, darunter auch ältere.

Nachteile sollen vermieden werden
Mit Grundeinlösen sollen allen betroffenen Eigentümern, aber auch Mietern sämtliche vermögensrechtliche Nachteile durch den Bau der Autobahn ersetzt werden. Neben den reinen Liegenschaftswerten sollen auch "Nebenschäden" wie Umsiedlungskosten oder Wiederbeschaffungskosten bezahlt werden. Auch bei der Beschaffung von Ersatzwohnraum soll geholfen werden. Als Kosten für alles zusammen werden einer groben Schätzung zufolge vorerst etwa 42 Millionen Euro erwartet. Die Werte werden von Sachverständigen erhoben, die nach dafür gesetzlich festgelegten Kriterien vorgehen müssen. Die Verträge sollen von einem bereitgestellten Team aus Rechtsanwalten und Notaren gemacht werden. Ziel sei, so betonen die Asfinag-Vertreter, eine auf freiwilliger Basis erfolgende "gütliche Vereinbarung" mit einer fairen Preisgestaltung und gleichen Bedingungen für alle Betroffenen. Wenn dies allerdings nicht gelingen sollte, müssten Behördenverfahren eingeleitet werden. Für den Fall, dass die notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt nicht positiv abgeschlossen werden sollte, soll die Stadt Linz in die Besitzverhältnisse für die abgelösten Objekte eintreten.

A26 wird Entlastung bringen
Die A26 soll das Stadtzentrum vom Verkehr entlasten. Sie soll vorerst südlich der Donau von der Westbrücke an der A7, der Mühlkreisautobahn, bis nach Urfahr inklusive der Errichtung einer vierten Donaubrücke gebaut werden. Später ist die Fortsetzung in Urfahr wieder mit Anschluss an die A7 geplant. Derzeit läuft für den 4,3 Kilometer langen Bauabschnitt Süd mit einem 2,6 Kilometer langen Tunnel, einer 600 Meter langen Unterflurtrasse und zwei Brücken das Verfahren für die UVP, parallel dazu die Planung für die Baudurchführung. Geplanter Baubeginn soll beginnend mit der Donaubrücke 2009 sein, im Bereich der abgesiedelten Häuser 2001. Die Gesamtverkehrsfreigabe ist im Jahr 2015 vorgesehen. Die Gesamtkosten werden mit 451,4 Millionen Euro veranschlagt.

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