Fr, 25. Mai 2018

Bedrückend

27.10.2008 16:26

In Afrika sterben vor allem die Kinder

Eine traurige Untersuchung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag veröffentlicht: In Afrika sind fast die Hälfte der verstorbenen Menschen nicht einmal 15 Jahre alt geworden. In den reichen Ländern entfällt dagegen auf diese Altersgruppe nur etwa ein Prozent aller Todesfälle. Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass in Südafrika immer mehr Aids-Waisen allein bleiben - die Zahl der Adoptionen geht weiter zurück, während die Zahl der durch die Krankheit verwaisten Kinder stetig steigt.

Von den rund 59 Millionen Todesfällen weltweit betrafen knapp zwölf Millionen Kinder unter 15 Jahren - etwa die Hälfte davon aus Afrika. Das geht aus einer globalen Todesursachen-und Krankheitsstatistik für das Jahr 2004 hervor, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf veröffentlicht hat.

Dort entfallen auf diese Altersgruppe zugleich 46 Prozent aller Todesfälle. Die Haupttodesursachen der Kinder waren Geburtskomplikationen, Durchfallerkrankungen, Atemweginfekte und Malaria. Die weltweit führenden Todesursachen bleiben Herzkreislaufleiden mit 17 Millionen Toten im Jahr 2004.

Mehr Missbrauch und Ausbeutung von Kindern
Südafrikas Sozialminister Zola Skweyiya gab am Montag bekannt, dass von rund 1,5 Millionen Aids-Waisen im vergangenen Jahr lediglich etwa 1.900 durch Adoption eine neue Familie fanden. Das sind 13 Prozent weniger Adoptionen als im Vorjahr. Südafrika sehe sich einer ständig steigenden Zahl von Waisenkindern, verlassenen Babys, besorgniserregenden Zahlen von Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung von Kindern gegenüber, klagte der Minister.

Aufruf an Familien, Aids-Waisen zu adoptieren
Derzeit leistet der südafrikanische Staat 238.000 Aids-Waisen Hilfe und hilft mehr als 20.000 Haushalten, in denen ältere Kinder sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern, nachdem die Eltern der Immunschwächekrankheit erlagen. Viele Kinder müssten die Pflichten von Erwachsenen übernehmen, lange bevor sie eigentlich dazu in der Lage seien, sagte Skweyiya. Rund 495.000 Aids-Waisen würden in Pflegefamilien betreut. Der Minister rief die Familien des Landes auf, Waisen zu adoptieren, um ihnen eine feste Familie und Liebe zu geben. Pflegefamilien könnten nur eine Übergangslösung sein. Südafrika gehört zu den am meisten von Aids betroffenen Länder der Welt. Rund 5,5 Millionen der 47 Millionen Südafrikaner ist mit dem Aids-Virus infiziert.

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