So, 20. Mai 2018

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28.10.2008 21:41

Hausbesetzer nehmen neue Gebäude in Beschlag

Am Wochenende hat die in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr aktive Grazer Hausbesetzerszene drei Gebäude "temporär" in Besitz genommen. Damit soll die Forderung nach einem autonomen Kulturzentrum in Graz bekräftigt werden, so Mitglieder des "Projekts A-Z" am Montag. Für die Zukunft wurden weitere Hausbesetzungen angekündigt (im Bild Hausbesetzung in der Annenstraße, April 2008).

Zu den in der Nacht von Samstag auf Sonntag besetzten Gebäuden zählt die ehemalige St. Andrä-Schule in der Grenadiergasse, die bereits im Juli 2007 für einige Tage von der Gruppe "bewohnt" wurde. Die zwei weiteren in Beschlag genommenen Objekte sind das ehemalige Wahlamt in der Beethovenstraße und das ehemalige Lokal "Girardikeller" in der Leonhardstraße. Alle Gebäude befinden sich im Besitz von Immobilienfirmen, mit denen bis Montagmittag noch nicht verhandelt wurde, so die Hausbesetzer.

Kein konkretes Programm
Die Räumlichkeiten dieser Gebäude entsprächen nicht den Vorstellungen des "Projekts A-Z" für das gewünschte Kulturzentrum. Die aktuellen Besetzungen sollen vor allem ein Zeichen setzen, auf den Fassaden wurden Transparente mit Botschaften angebracht. Ein konkretes Programm wie beispielsweise bei der vorwöchigen Besetzung des ehemaligen serbischen Konsulats in der Merangasse gebe es zur Zeit noch nicht.

Bisherige Gespräche ergebnislos
Von der Grazer Politik fühlen sich die Mitglieder des Projekts - sie bezifferten die Anzahl ihrer Unterstützer mit knapp 200 - nicht ernst genommen. In vielen europäischen Städten gebe es bereits funktionierende autonome Kulturzentren, in Graz sei es - trotz Einreichung eines Konzepts vonseiten des "Projekts A - Z" - bisher nur zu ergebnislosen Gesprächen und Vertröstungen gekommen. Die Forderungen nach freiem Wohnraum und Nutzung leerstehender öffentlicher Gebäude haben durch die Finanz- und Wirtschaftskrise an Dringlichkeit gewonnen, so die Gruppe am Montag. Daher werde es auch in Zukunft Hausbesetzungen geben.

Staatsanwaltschaft ermittelt
In den vergangenen rund eineinhalb Jahren wurden in Graz leerstehende Gebäude in der Grazbachgasse, Annenstraße und Merangasse besetzt. Nach jeweils wenigen Tagen hat die Exekutive die Häuser wieder geräumt. Im Zusammenhang mit der Hausbesetzung in der Annenstraße im April ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 25 Aktivisten wegen des Verdachts auf schwere Sachbeschädigung und Entziehung von Energie. Das "Projekt A-Z" spricht von "haltlosen Anschuldigungen".

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