Di, 21. November 2017

Interview

26.10.2008 08:45

Ursula Haubner über die Zukunft ihrer Partei

Zwei Wochen nach dem Tod ihres Bruders Jörg Haider will Oberösterreichs BZÖ-Frontfrau Ursula Haubner, die sowohl im Land als auch im Bund in der Regierung gesessen ist, lieber über die Zukunft ihrer Partei und ihre eigene Rolle darin - die sie vor allem in Oberösterreich sieht - als über Persönliches sprechen. Politisch-professionell. Als die Rede auf Haiders Verhältnis zu Helmut Zilk kommt, schlägt die Betroffenheit aber doch durch . . . "Wir sind mehr Mitte, die FP mehr rechts".

Frau Haubner, als frühere Landesrätin und Ministerin haben Sie viel Polit-Erfahrung. Wie beurteilen Sie mit dieser Erfahrung - ganz ehrlich - die Zukunft des BZÖ?
Da kann ich Sie - ganz ehrlich - beruhigen: Unsere Leute in Oberösterreich sind seit Jörgs Tod nicht nur geschlossener, es sind auch neue dazugekommen.

Ihr Landessprecher Rainer Widmann sagte, dass 60 Prozent der BZÖ-Wähler Jörg Haider wählten.
Ja, aber auch seine Ideen. Die Themen, für die wir stehen - Familie, Sicherheit, Kinderbetreuung - und für die sich die Menschen einsetzen: Wir hatten gerade Bezirkskonferenzen in Linz und Gmunden, wo wir gute Teams aufgestellt haben.

Spitze des Landtagswahl-Teams sollen Sie sein. Viele wollen Sie aber auch an der Bundespitze des BZÖ.
Auch da haben wir jetzt ein gutes Team, in dem ich ja vorne dabei bin. Es geht jetzt um die Arbeit im Parlament, für die wir gewählt wurden, nicht darum, wer nächstes Mal Spitzenkandidat sein soll. Im Bund.

Im Land bleiben Sie es?
Definitiv. Es war immer eine gute Entscheidung, wenn ich mich für Oberösterreich entschieden habe.

Sehen Sie noch Chancen auf eine Vereinigung des Dritten Lagers, die man Ihrem Bruder zutraute?
Thematisch wird es Kooperationen geben, aber derzeit haben wir zwei verschiedene Parteien. Wir sind mehr Mitte, die FP ist mehr rechts. Man macht aber einen Fehler, wenn man eine Partei ausgrenzt.

Einer, der nie ausgrenzte, war Helmut Zilk, den Ihr Bruder sehr schätzte.
Da hatten sich zwei Menschen gefunden, die ihr Herz bei der Bevölkerung hatten. Ich bin tief betroffen, dass sie fast gleichzeitig von dieser Welt gegangen sind.

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