So, 27. Mai 2018

Attacke auf die FIS

24.10.2008 16:40

Mit dem Mundwerk ist Miller schon in Höchstform

Bode Miller, in der letzten Saison Sieger im Gesamt-Weltcup, ist zumindest mit seinem Mundwerk schon wieder in absoluter Topform. Das hat der US-Boy vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden unter Beweis gestellt. Beim Thema Sicherheit nahm sich der 31-Jährige kein Blatt vor den Mund und schoss scharf in Richtung FIS. "Man kann reden soviel man will, es ändert sich nichts. Es würde sich nicht einmal etwas ändern, wenn einer von uns sterben würde. Dann würde eben einer weg sein. Jeder ist austauschbar, auch die absoluten Spitzenfahrer. Die FIS würde es trotzdem weiterhin geben", meinte der 31-Jährige.

Laut Miller gab es seitens der Athleten den einen oder anderen inspirierenden Vorschlag zur Verbesserung der Sicherheitslage, "aber wir haben leider nur sehr geringe Erwartungen". Miller bekräftigte einmal mehr, dass er das Problem in den veralteten und verkrusteten Strukturen in der FIS-Spitze sieht. Miller entsprach mit seinen Aussagen übrigens genau dem am Donnerstagabend präsentierten Saison-Motto seiner Skifirma Head - Miller, Hermann Maier und Co. seien nämlich die "Rebellen des Weltcups".

FIS war nicht völlig untätig
Die Sicherheitsdiskussion ist auch das bestimmende Thema beim  FIS-Forum-Alpinum gewesen, wo das Maßnahmenpaket zur Erhöhung des Sicherheitsstandards präsentiert wurde. "Wir haben im Sommer sehr viel zu diesem Thema unternommen", versicherte Renn-Direktor Günter Hujara, der mit seinen Kollegen sämtliche Weltcup-Strecken genauestens unter die Lupe genommen hat. "Jeder Sprung und jeder Streckenabschnitt wurde inspiziert und diskutiert", berichtete Hujara. Eine der direkten Folgen war etwa die Entschärfung des Wengen-Zielsprungs, bei dem 1991 der Österreicher Gernot Reinstadler ums Leben gekommen war.

Bezüglich Medical Guide, quasi die Bibel bezüglich Sicherheitsvorkehrungen, soll es nun ganz klare Fronten geben. Laut FIS muss vor jedem Weltcup-Event der Rennarzt der Veranstalter per Unterschrift bestätigen, dass das gesamte Sicherheits- und Medizin-System rund um den Event dem Medical Guide entspricht. Die Ausrüstung des Rettungshelikopters muss dem Mountain-Rescue-System entsprechen.

Beschlossen wurde im Sommer auch, dass die Athleten ab sofort in allen Disziplinen Sicherheits-Protektoren auf den Schiebeinen, Knien, Armen und Schultern tragen dürfen. "Es ist nicht leicht, jeden Wunsch zu erfüllen. Aber wir tun was wir können", versicherte Hujara.

Bode wieder allein unterwegs
Bode Miller scheint übrigens nicht nur verbal, sondern auch körperlich bestens gerüstet für die WM-Saison zu sein. Die im Saisonfinish zugezogene Verletzung an der rechten Hand in ausgeheilt. Der Amerikaner ist so wie im vergangenen Winter als unabhängiges Ein-Mann-Team unterwegs, in seiner Truppe hat es jedoch im Sommer personell einige Veränderungen gegeben. Sein persönlicher Langzeittrainer John McBride ist mit Ende der vergangenen Saison zurückgetreten, auch Millers Onkel Mike Kenney ist nicht mehr mit von der Partie.

Millers neuer Coach ist Forest Carey und mit 32 Jahren nur ein Jahr älter als Miller. Carey ist ein langjähriger Wegbegleiter von Miller und war mit ihm in der Carrabassett Valley Academy in Maine sowie im US-Skiteam unterwegs. Mit Craig Daniels wird Miller von einem weiteren engen Vertrauten unterstützt. "Ich kenne Forest und Craig seit Ewigkeiten", meinte Miller über seine für ihn arbeitenden Freunde. Durch den Weltcup tourt das "Team America" mit drei Trucks - Wohnung und Kraftkammer inklusive. Chauffiert wird Miller nach wie vor von Jake Serino, ebenfalls ein dicker Kumpel seit Jugendzeiten.

Miller, der in seine dritte Saison als Head-Fahrer geht, hat im Sommer Krafttraining und sehr viel Skitraining absolviert, in seiner Heimat New Hampshire, Aspen, Neuseeland (teilweise gemeinsam mit dem ÖSV-Team) und Österreich.

Mehr Augenmerk auf den Slalom
Die Ziele liegen als Gesamt-Weltcup-Titelverteidiger und mit einer WM-Saison vor sich auf der Hand. Doch Miller möchte in diesem Winter auch im Slalom wieder ganz vorne mitmischen. "Der Gesamtsieg in Slalom und Abfahrt sind Ziele", meinte Miller, der mit Rainer Schönfelder und Markus Larsson zwei neue Slalom-Spitzenathleten im Head-Team hat.

"Ich mache, was ich will!"
Ein Gerücht wollte Miller vor Saisonstart noch vom Tisch wischen. Die Thesen, wonach Miller seit längerem auf Alkohol und Partys verzichte, stimmen nämlich nicht. "Ich mache, was ich will. Und wenn ich Party machen will, dann mache ich Party." Alle Miller-Fans können also beruhigt sein, ihr Liebling hat sich auch im Sommer 2008 nicht verändert, "Disco-Bode" lebt nach wie vor.

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