Di, 22. Mai 2018

Causa Eurofighter

22.10.2008 12:00

Darabos wird interne Untersuchungen anweisen

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) will die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen gegen den Rüstungslobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly in Sachen Eurofighter unterstützen. "Ich werde in meinem Haus anordnen, nochmal ins Jahr 2002 zurückzugehen", kündigte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz an. Demnach werde man intern etwaige "Auffälligkeiten" in der Bewertungskommission untersuchen, bis jetzt habe es allerdings "keine gegeben", fügte er hinzu.

Wegen des Verdachts von Bestechung und Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit der Eurofighter-Vergabe hat die Staatsanwaltschaft die Vorkommnisse rund um den 2002 erfolgten Ankauf der Eurofighter neu aufgerollt. Die Erhebungen werden anlässlich eines Rechtshilfeersuchens der britischen Behörden geführt. In London untersucht man bereits seit Jahren angebliche illegale Geldflüsse von BAE - der Rüstungskonzern ist an der Eurofighter GmbH beteiligt - bei internationalen Beschaffungsvorgängen.

Verdacht auf Geldwäsche und Bestechung
Die österreichische Justiz hat im September aufgrund des Verdachts von Geldwäscherei und Bestechung Hausdurchsuchungen bei Mensdorff-Pouilly, dem Ehemann der früheren Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP), durchgeführt. Zuletzt war der ins Gerede gekommene Lobbyist nach Angaben der "Financial Times" von britischen Behörden vorübergehend in Gewahrsam genommen worden (ausführlicher Bericht in der Infobox).

Anwalt von Mensdorff-Pouilly bestreitet Vorwürfe
Mensdorff-Pouilly bzw. sein Anwalt haben die Vorwürfe als "falsch und haltlos" bezeichnet. Darabos wollte die Vorwürfe nicht bewerten, schließlich sei er 2002 nicht Verteidigungsminister gewesen, betonte er. Da allerdings "erhebliche" Vorwürfe im Raum stünden, werde er alles tun, um zur "Erhellung" des Falles beizutragen, so Darabos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden