Mo, 21. Mai 2018

Postler leiden

21.10.2008 18:00

Post versinkt im Chaos

Liegen gebliebene Briefe und Pakete, Dauer-Überlastung bei den Zustellern, Staus in den Zustellbasen - was sich hinter den Kulissen der "Wir-bringen-allen-was-Post" derzeit abspielt, treibt nicht nur Wiens Kunden auf die Barrikaden. Aus der Gewerkschaft heißt es jetzt: "Das Personal leidet höllisch."

Wie soll man die Situation anhand des Beispiels in Wien-Döbling sonst nennen, wenn nicht "absolutes Chaos". Seit zwei Wochen bekommen die Bewohner des Bezirkes nur sporadisch Briefe und Pakete, wann die Post eben Lust auf Zustellung hat. "Eine Woche kam gar nichts", ärgert sich Pensionist Peter Münster. Hier und da lag dann einmal ein Briefchen, quasi als Trost, im Postkasten. Offizieller Grund laut Siegfried Grobmann, dem Sprecher des Unternehmens: "Eine Grippewelle", die viele Zusteller daheim ans Bett fesselte.

Was völlig der Wahrheit entspricht. Aber: "Für Döbling etwa gibt es 65 Zusteller", so Martin Palensky von der Gewerkschaft. "Und das alleine ist schon eine kritische Strukturgröße." Die Folgen der chronischen Unterbesetzung: Staus in den Zustellbasen, zwei Post-Angestellte für 4000 Zustellkisten, viele Mitarbeiter "können nicht mehr". Springer sollen das Problem jetzt lösen. Doch die müssen erst eingeschult werden.

von Michael Pommer, Kronen Zeitung

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