Mo, 21. Mai 2018

Akkus statt Tank

21.10.2008 18:14

KTM präsentiert heiße Elektro-Enduro

Kein Tank, kein Auspuff, keine Kupplung, kein Lärm, kein Gestank: Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts haben der oberösterreichische Motorradhersteller KTM und arsenal research eine Sportenduro mit Elektroantrieb entwickelt. Der Prototyp des "Zero-Emission-Motorrads" wurde in Wien präsentiert. KTM will die Leichtenduro in Serie bringen, was voraussichtlich noch rund zwei Jahre dauern wird.

"Immer mehr Restriktionen bei Lärm- und Abgasemissionen machen das Endurofahren in Europa immer schwieriger", erklärte KTM-Vorstandsmitglied Harald Plöckinger. Weil ein Hybridantrieb vom Gewicht her nicht infrage kam, habe man sich für die Entwicklung eines emissionsfreien Elektroantriebs-Konzepts entschlossen, von dem Plöckinger hofft, "den Endurosport wieder näher an die Ballungsräume bzw. auch in Hallen zu bringen".

Bis zu 40 Nm Drehmoment!
Bei der Batterie setzen die Entwickler auf Lithium-Mangan-Akkus, die bei dem Prototypen abnehmbar dort sitzen, wo normalerweise der Tank ist. Der Akku wiegt derzeit 17 Kilo bei einem Gesamtgewicht des Motorrads von unter 90 Kilo, was deutlich leichter ist als eine vergleichbare Enduro mit Verbrennungsmotor (100 bis 110 Kilo). Die Motorleistung beträgt 7,5 kW, wobei Elektromotoren kurzfristig - und mehr ist zur Beschleunigung nicht notwendig - um das 3,5-fache überlastet werden können. Der Motor liefert ein Drehmoment von 12 Nm, mit dreifacher Überlastung macht das fast 40 Nm, bzw. über das Stirnradgetriebe direkt am Hinterrad 500 Nm - und das, wie bei E-Motoren üblich, ab der Drehzahl null.

KTM spricht von "überraschenden Fahrleistungen auf dem Niveau einer mit Verbrennungsmotor ausgestatteten Leichtenduro". Die "ausgeprägte Dynamik" sei auf das geringe Gewicht und die spontane Drehmomentabgabe des Antriebs zurückzuführen. Ein Durchschnittsfahrer kann nach Herstellerangaben rund 40 Minuten mit einer Batterieladung fahren, die Ladezeit auf 100 Prozent betrage rund eine Stunde (über ein externes 220 Volt Ladegerät). Über den Preis wollte man seitens des Herstellers nur so viel sagen, dass er voraussichtlich leicht über den derzeitigen Kosten einer Enduro von 6.000 bis 7.000 Euro liegen werde. Die Straßenzulassung soll erfolgen.

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