Fr, 25. Mai 2018

Mitleidsbonus

20.10.2008 22:24

EU stellt bankrottem Island Beitritt in Aussicht

In der Finanzkrise hat die Europäische Union Island einen Beitritt in Aussicht gestellt. Wenn die Insel Kandidatenstatus beantrage, könnten die Verhandlungen "schnell aufgenommen werden", sagte EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Brüssel. Island steht wegen der internationalen Bankenkrise am Rande eines Staatsbankrotts. Laut einem Zeitungsbericht bereitet Island ein sechs Milliarden Dollar schweres Paket zur Rettung seiner Wirtschaft vor.

"Island ist klar ein europäisches und demokratisches Land, das bereits Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes ist", sagte Rehn. Der finnische Kommissar verwies darauf, dass es zwischen der EU und Island bereits heute keine Zollgrenzen mehr gebe.

Der Finne Rehn hatte bereits im vergangenen Oktober mit Aussagen zu einem möglichen EU-Beitritt Islands aufhorchen lassen. In einem Gespräch mit der Zagreber Tageszeitung "Jutarnji list" sagte er, dass Kroatien das 28. EU-Mitglied sein werde, "außer Island überrascht uns, und es stellt bald einen EU-Beitrittsantrag". Zwei Regierungsparteien in Island seien für die EU-Mitgliedschaft des Landes "und die dritte denkt darüber nach", weswegen ein baldiger Beitrittsantrag nicht ausgeschlossen sei, hatte Rehn damals gesagt.

Euro soll Island retten
Bisher lehnte die Regierung in Reykjavik einen EU-Beitritt offiziell ab. Angesichts der Finanzkrise hatte der isländische Fischereiminister Einar Gudfinnsson vergangene Woche aber erstmals ein Umdenken angedeutet. "Es ist kein Geheimnis, ich war gegen eine Mitgliedschaft. Wir müssen uns aber in den derzeitigen Turbulenzen alle Optionen anschauen", sagte Gudfinnsson vorige Woche. Island lockt an der EU vor allem die Aussicht auf einen Beitritt zum Euro. Ein Problem ist jedoch der Fischereisektor, der für fast 30 Prozent der Ausfuhren und fast fünf Prozent der Wirtschaftsleistung steht. Bei einem Beitritt müsste Island seine Fischereipolitik EU-Vorgaben anpassen, und Flotten aus anderen EU-Staaten in seine Gewässer lassen.

Insel bereitet Rettungspaket vor
Das durch die Finanzkrise stark gebeutelte Island bereitet einem Bericht zufolge ein sechs Milliarden Dollar (4,47 Milliarden Euro) schweres Paket zur Rettung seiner Wirtschaft vor. Wie die "Financial Times" in ihrer Onlineausgabe am Montag berichtete, sollen der Internationale Währungsfonds (IWF), mehrere Zentralbanken aus den nordischen Ländern sowie die japanische Notenbank Geld dafür bereitstellen.

Ob auch Russland an der Rettungsaktion beteiligt sein werde, bleibe unklar, berichtete die Zeitung. Island und Russland hatten zuletzt Gespräche über einen Milliardenkredit geführt. Die "FT" berief sich bei ihrem Bericht auf mit den Gesprächen zwischen Island und dem IWF vertraute Personen. Demnach wird der IWF voraussichtlich gut eine Milliarde Dollar beisteuern und die Notenbanken den Rest. Laut "FT" soll das Rettungspaket bald bekanntgegeben werden. Eine isländische Regierungssprecherin lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Der Inselstaat hatte den IWF zuletzt um finanzielle Unterstützung gebeten. Die drei größten Banken des Landes sind im Zuge der Finanzkrise bereits verstaatlicht worden.

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