Mi, 22. November 2017

Survival-Tipps

27.09.2010 19:43

Wie du in der Natur sicher unterwegs bist

Ein harmloser Ausflug ins Grüne, eine Wanderung in den Bergen. Dann ein unbedachter Schritt, und schon ist es passiert – ein Unfall. Du kommst weder vor noch zurück, hast womöglich Schmerzen, doch weit und breit ist niemand, der dir helfen kann. Eine Albtraumvorstellung. Hier erfährst du, was du tun kannst, wenn wirklich etwas passiert – und wie du die Wahrscheinlichkeit senken kannst, dass es überhaupt soweit kommt.

Die richtige Ausrüstung
Wenn du dich nach einigen Grundregeln ausstattest, dann ist schon viel gewonnen. Beispielsweise solltest du, wann immer du in die Natur gehst, festes Schuhwerk anhaben, das auch knöchelhoch ist. Einfache Turnschuhe sind nicht ausreichend, zu schnell trittst du auf einen Stein und knöchelst um. Auch Wanderstöcke zur Entlastung der Gelenke und besseren Balance sind hilfreich. Weiters solltest du dem Wetter entsprechend Kleidung mithaben, um dich nach dem Zwiebelsystem anzuziehen.

Bedenke, dass es abends sehr schnell kühl werden kann und dass in größerer Höhe oft Wind weht bzw. die Lufttemperatur schnell abkühlt. Eine leichte Regenjacke, ein Regenponcho sowie Pullover bzw. Weste und eine Kopfbedeckung sind absolute Mindestausstattung. Weiters solltest du immer eine Stirnlampe oder Taschenlampe mit dir führen, um im Dunkeln Leuchtsignale abgeben zu können.

Auch eine entsprechende Notfallausrüstung darf nicht fehlen. Achte darauf, ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Pflastern und Bandagen sowie Desinfektionsmitteln bei dir zu haben. Eine Isolierdecke zum Schutz nach einem Schock ist ebenso wichtig wie ein Mittel gegen Kopfschmerzen. Weiters kann es auch nicht schaden, ein Taschenmesser sowie ein Feuerzeug und auch Sonnenschutzcreme mit dabei zu haben. Genauso gehört die ausreichende Menge an Essen und vor allem Trinken mit dazu. Plane immer etwas zu viel ein, um eine Reserve zu haben.

Informationen vor der Tour
Es ist sinnvoll, vor Tourantritt bei Freunden oder der Familie bzw. zu Hause oder im Quartier zu deponieren, wohin du genau gehen wirst und wann du planst, in etwa wieder zurück zu sein. So ist klar, ab wann man sich Sorgen machen sollte. Plane deine Route entlang von Hütten und vermeide Touren abseits von geplanten Routen. Auch eine ausreichend detailgenaue Karte (mind. 1:50.000) sowie ein Kompass gehören immer mit ins Gepäck. Natürlich gehört es auch dazu, den Wetterbericht aufmerksam zu studieren sowie im Winter sich über aktuelle Lawinenwarnungen zu informieren. Die Gefahr von Unwettern ist nicht zu unterschätzen – daher sollte bei der geringsten Wahrscheinlichkeit von Unwettern der Ausflug abgesagt oder umgeplant werden.

Was tun, wenn etwas passiert?
Zunächst solltest du sofort versuchen, die Rettung bzw. Bergrettung zu alarmieren – ein Handy gehört daher heute unbedingt in den Rucksack, am besten gleich mit dem eingespeicherten alpinen Notruf 140. Dieser Notruf wird von einer zentralen Rettungsstelle zur zuständigen Einsatzleitung vor Ort geleitet, und der Einsatz startet.

Doch was kannst du tun, wenn du keinen Handyempfang hast? Diese Situation ist brenzlig. Wenn du dich noch bewegen kannst, solltest du nach der Erstversorgung versuchen, auf dich aufmerksam zu machen. Das kann durch Rufen passieren, genauso wie durch Leuchtzeichen in der Dämmerung. Im alpinen Bereich dient das alpine Notsignal als Hilferuf, welches auch als internationales „Distressed-Signal“ bezeichnet wird. Hierbei werden sechs kurze Signale beliebiger Art im Abstand von zehn Sekunden abgegeben. Im Wechsel mit einer Minute Pause wird dies kontinuierlich wiederholt. Als Antwort dienen drei Signale im Abstand von 20 Sekunden, die nach einer Minute wiederholt werden.

Achte in jedem Fall darauf, dich warm zu halten. Hast du nicht genug Kleidung mit, dann kannst du dir mit Laub helfen. Bist du in felsigem Gebiet, dann versuche, zu einem geschützten Felsvorsprung zu gelangen oder dich zusammenzukauern. Bedecke deinen Kopf und Rumpf, da hier die meiste Wärme verloren geht. Du solltest auch sofort beginnen, deine Restvorräte zu rationieren, und in den ersten 24 Stunden so wenig wie möglich zu trinken und zu essen, um deinen Körper auf Notration umzustellen. Niemals solltest du aus stehenden Gewässern, von Salzwasser oder gar deinem eigenen Urin trinken – das entzieht deinem Körper Flüssigkeit. Wenn vorhanden, solltest du Eis oder Schnee schmelzen und dann trinken.

Sind deine Nahrungsmittelvorräte aufgebraucht, dann solltest du nicht blindlings auf irgendwelche Pflanzen oder Pilze zurückgreifen, die sich in deiner Umgebung befinden, sondern nur jene Dinge essen, die du sicher kennst. Versorge deine Verletzungen so gut es geht und versuche, wenn der Schmerz nachlässt, langsam in Richtung bewohnter Gebiete zu gelangen. Lasse notfalls deine Ausrüstung zurück, wenn du dich ohne sie leichter bewegen kannst.

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