So, 27. Mai 2018

Nach Doppelmord

21.10.2008 10:26

Frau des mutmaßlichen Täters im Krone-Interview

In St. Magdalena am Lemberg ist das Leben der 47-jährigen Gabi B. aus den Fugen geraten. Sie hält weiterhin zu ihrem Ehemann - er jedoch ist seit 3. Oktober in Haft, er soll ihre Eltern angezündet und getötet haben. Neben allem menschlichen Leid droht der Frau nun auch noch der finanzielle Ruin. "Krone"-Redakteur Manfred Niederl sprach mit der Steirerin.

Wo sind Sie derzeit untergebracht?
"Ich wohne nach wie vor bei meiner Tochter Elisa. Nach dem Brand kann ich nicht in mein Haus zurück - vielleicht nie mehr. Auch wenn ich mit dem Feuer nichts zu tun habe, die Versicherung zahlt nichts."

Stimmt es, dass Sie viele Leute unterstützen?
"Ja, und dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe auch etwas Geld bekommen. Wie ich die 4.000 Euro für das Begräbnis der Eltern zahlen soll, weiß ich aber nicht."

Glauben Sie, dass das ihrem Mann bewusst ist?
"Ich weiß nicht. Ich habe ihn am Montagvomittag in Begleitung seines Bruders in der Grazer Justizanstalt besucht. Da war ein Raum mit einer langen Scheibe, Sitzgelegenheiten davor und dahinter, drei Telefone auf der einen und ein Telefon auf der anderen Seite."

Haben Sie lange auf ihn warten müssen?
"Nein, aber der Anblick war einfach schrecklich für uns. Er hat einen Jogginganzug mit der Aufschrift "Justizanstalt" getragen - und immer wieder geweint. Eine Wachebeamte hat uns beim Telefonieren zugehört - der Franz hat wissen wollen, wie es den Kindern geht und ob die Tiere wohl gut versorgt sind. Und er hat uns versprochen, dass er Briefe schreiben wird. Bekommen hab ich aber bisher noch keinen."

Hat sich ihr Gatte zum schrecklichen Vorfall vom 3.Oktober geäußert?
"Erst ganz zum Schluss. Er hat gemeint, dass er sich nicht erinnern kann, was am dem Freitag passiert ist. Er weiß nur, dass er im Wohnzimmer war. Ich kenn mich nicht mehr aus..."

Müssen Sie befürchten, dass bei Ihnen daheim ein Lokalaugenschein durchgeführt wird?
"Wenn ich richtig verstanden habe, wird es keinen Lokalaugenschein geben, weil mein Ehemann nicht daran teilnehmen will. Das ist sein gutes Recht."

Wann besuchen Sie ihn wieder im Gefängnis?
Am Donnerstag. Ich habe ihm so viel zu sagen, aber nur 30 Minuten Zeit - und keine Sekunde länger."

300 Unterschriften für Franz B.
Seit der Werkstättenleiter Franz B. (48) unter dem dringenden Verdacht, seine Schwiegereltern getötet zu haben, in U-Haft sitzt, hat sich in seiner Heimatgemeinde St. Magdalena am Lemberg viel zu seinen Gunsten getan. Neben der Ehefrau und den beiden Töchtern steht die Bevölkerung felsenfest hinter "ihrem Franz", der - so sagen viele - von seinem Schwiegersohn nur gequält worden sei. Auf Initiative einer Nachbarin wurde eine Liste aufgelegt: "Freunde, Mitarbeiter, Nachbarn und Bekannte vom Franz bitten mit ihrer Unterschrift Gericht und Staatsanwalt um ein mildes Urteil." An die 300 Frauen und Männer haben bereits unterzeichnet, auch Gerhard Gschiel, der Bürgermeister, wird es tun: "Der Franz ist in Ordnung."

Wer Gabi B. finanziell unterstützen will, hier ihre Bankverbindung: Die Steiermärkische, Bankleitzahl 20818, Kontonummer 601-613540.

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