Mo, 20. November 2017

Teuerung und Krise

17.10.2008 11:42

Österreicher schnallen den Gürtel enger

Angesichts der internationalen Finanzkrise schnallt mehr als jeder dritte Österreicher den Gürtel enger. 52 Prozent der Bevölkerung blicken den kommenden zwölf Monaten mit Skepsis bzw. Sorge entgegen. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht worden sind.

IMAS hat von Ende September bis Mitte Oktober Interviews mit 1.105 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durchgeführt. Dabei gaben 43 Prozent an, für die nächsten zwölf Monate zuversichtlich zu sein. Mehr als jeder zweite Österreicher ist skeptisch oder besorgt. Den Rekordwert an Pessimismus sehen die Meinungsforscher damit aber nicht erreicht: Noch wesentlich gedrückter als jetzt sei die Zukunftsbetrachtung im Herbst 1973 nach dem Energie- und Rohstoffschock, in den an Krisen reichen frühen Achtziger-Jahren oder unmittelbar nach dem 11. September gewesen.

Dennoch haben 35 Prozent in den letzten Wochen ihre Ausgaben eingeschränkt und Pläne zurückgeschraubt. Nur 7 Prozent erklärten, mehr ausgegeben und weniger geknausert zu haben. 49 Prozent haben an ihrem Konsumverhalten nichts geändert. Besonders eingeschränkt haben sich Landwirte, Wiener, Arbeiter sowie ältere und einfach gebildete Personen.

Im Zusammenhang mit der eigenen Situation beschäftigt die Österreicher am meisten die Frage nach der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes (55 Prozent), gefolgt von möglichen Belastungen (52 Prozent) und der Entwicklung des Einkommens (49 Prozent). Besonders intensiv denkt die Bevölkerung auch über die jeweiligen Lebenshaltungskosten (46 Prozent) und einen eventuellen Polster für unvorhergesehene Ereignisse (42 Prozent) nach. Etwa jeder Dritte macht sich Gedanken über die Sicherheit des Arbeitsplatzes und ausreichende Versicherung im Not- oder Schadensfall.

Nur 30 Prozent beschäftigt die Frage, bei welcher Bank man am besten aufgehoben ist. IMAS sieht darin einen Vertrauensbeweis für die heimischen Institute. Nur 13 Prozent interessieren sich für die Entwicklung der Börsenkurse.

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