So, 19. November 2017

Finanzkrise

15.10.2008 15:49

Oö. Industrie spürt „starke Auswirkungen“

Die globale Finanzkrise hat nach Einschätzung der Industriellenvereinigung Oberösterreich bereits die heimische Realwirtschaft erreicht. Eine aktuelle Blitzumfrage unter den Mitgliedern habe ergeben, dass vor allem exportintensive, international beziehungsweise global agierende Unternehmen bereits "starke Auswirkungen" verspürten, teilte IV-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch Mittwochnachmittag mit.

Eine negative Entwicklung habe sich bei einigen Betrieben bereits im ersten Halbjahr 2008 gezeigt. Durch Überkapazitäten komme es nun zu zunehmendem Verdrängungswettbewerb und steigendem Preisdruck. Vor allem der Auftragseingang sei laut Blitzumfrage deutlich zurückgegangen, die Ertragslage habe sich zuletzt verschlechtert. "Die Kunden sind stark verunsichert, stoppen Investitionen und versuchen Zahlungen zu verschieben", schildert Haindl-Grutsch die aktuelle Situation in der oberösterreichischen Industrie.

Automobil- und Textilindustrie stark betroffen
Am stärksten betroffen seien die Betriebe der Automobil- und der Textilindustrie. Weiters sei im Rahmen der Blitzumfrage auch von Absatzrückgängen in den Unternehmen der Stahl-, Kunststoff- und Papierindustrie berichtet worden, teilweise auch aus dem Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Bauindustrie. Geringe bis keine Auswirkungen würden derzeit noch in Branchen mit stärkerer regionaler Nachfrage gemeldet - beispielsweise im Nahrungsmittel-, Möbel-, Fenster- und Türenbereich sowie bei regionalen Bauprojekten.

Heimische Industrie reagiert mit Kapazitätsanpassungen
Die oberösterreichische Industrie reagiert laut Haindl-Grutsch auf die aktuelle Situation vorerst durch Kapazitätsanpassungen, die durch den Abbau von Überstunden und Leasingmitarbeitern, Zeitausgleich sowie die Herausnahme von Schichten vorgenommen würden. Weiters setzten die Betriebe verschiedene Maßnahmen zur Effizienzsteigerung um.

Weitere Entwicklung ungewiss
Die weitere Entwicklung in den verschiedenen Branchen sei derzeit ungewiss. Fest stehe aber, dass 2009 aus Sicht der Industrie ein "schwieriges Jahr" werde. Hohe Bedeutung komme dabei einem funktionierenden Finanzsystem zu, um Finanzierungsprobleme für Betriebe möglichst zu verhindern, erklärte Haindl-Grutsch. Trotz der schwierigen Lage herrsche in den Unternehmen aber Optimismus vor. Die Industriellenvereinigung fordert neben den bundesweit ergriffenen Maßnahmen auch ein oberösterreichisches Konjunkturpaket unter anderem mit der Beschleunigung von Infrastrukturprojekten.

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