Mo, 21. Mai 2018

Ungerecht verteilt

15.10.2008 18:14

Einkommensschere geht weiter auseinander

In den letzten fünf Jahren hat sich die Einkommensschere zwischen Managern und Arbeitnehmern deutlich vergrößert. Während sich die Vorstandsgehälter in diesem Zeitraum verdoppelt haben, ist der Personalaufwand je Mitarbeiter sogar um zehn Prozent zurückgegangen, so das Ergebnis der jährlichen Untersuchung der Geschäftsberichte der wichtigsten an der Wiener Börse notierten Unternehmen durch die "Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP)".

Während Gewinne und Dividenden der untersuchten knapp 40 börsennotierten Unternehmen in den letzten fünf Jahren - von 2003 bis 2007 - um jeweils rund 300 Prozent gestiegen sind, hat die Zahl der Beschäftigten lediglich um 74 Prozent zugenommen, was zum Teil auch durch Übernahmen bedingt war. Bei sieben der knapp 40 Unternehmen waren die Beschäftigtenzahlen 2007 sogar geringer als 2003. "Die Arbeitnehmer trugen zur zusätzlichen Wertschöpfung bei, profitierten aber wenig davon", heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Vorstandgehälter verdoppelten sich
Zwar ist der Personalaufwand im Untersuchungszeitraum insgesamt gestiegen, pro Mitarbeiter und Jahr ist er allerdings um zehn Prozent auf etwa 34.700 Euro gesunken. Davon ausgenommen waren allerdings die Einkommen der Vorstände, die von durchschnittlich 480.000 Euro auf über 890.000 Euro pro Person angestiegen sind, womit sich die Einkommensschere zwischen Management und Mitarbeitern deutlich geöffnet hat: verdienten die Vorstände dieser Unternehmen 2003 noch das 11,7-fache ihrer Mitarbeiter, so war es 2007 durchschnittlich das 24,3-fache.

Stellt man die Gewinne nach Steuern in ein Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten, so hat jeder Beschäftigte im Jahr 2007 nicht nur seinen Lohn, sein Gehalt bzw. die Kosten des Unternehmens erarbeitet, sondern darüber hinaus auch noch einen Gewinn nach Steuern von durchschnittlich rund 23.000 Euro. 2003 waren es 10.000 Euro.

"Den an der Wiener Börse notierten Unternehmen ging es auch 2007 ausgezeichnet, Umsätze und Gewinne stiegen weiter an, die Vorstände und Aktionäre durften sich über deutliche Einkommenssteigerungen freuen. Die Mitarbeiter dieser Unternehmen haben allerdings am Unternehmenserfolg nicht entsprechend teilhaben können", heißt es in der ÖGPP-Studie.

Gewinne und Dividenden vervierfacht
Die Gewinne nach Steuern der Unternehmen sind von zusammen 3,0 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 12,1 Milliarden Euro im Vorjahr und damit um rund 300 Prozent gestiegen. Die Unternehmen mit den höchsten Gewinnen nach Steuern waren 2007 erneut die großen Banken und Energieunternehmen, darunter die Erste Bank und Raiffeisen International, weiters die OMV und der Verbund.

Auch die an die Eigentümer (Aktionäre) dieser Unternehmen ausgeschütteten Dividenden stiegen in diesen Jahren deutlich an - von 815 Millionen Euro im Jahr 2003 auf über 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung von rund 295 Prozent. Am großzügigsten waren bei Dividendenzahlungen 2007 Bank Austria, OMV, Telekom und Verbund.

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