Mo, 20. November 2017

Verwaist in Safe

14.10.2008 14:16

Bianca Jagger hat ihren Ring noch nicht abgeholt

Der Verlust des wertvollen Platinringes von Bianca Jagger hat im August viel Aufsehen erregt. Jetzt liegt das Schmuckstück, das 200.000 Euro wert sein soll, bereits eineinhalb Monate verwaist in einem Safe der 3.400-Seelen-Gemeinde Hof bei Salzburg im Flachgau. Abgeholt hat ihn Jagger noch immer nicht. Und die zwölfjährige Sarah wartet immer noch auf den Finderlohn.

Die Ex-Frau von Rolling Stone Mick Jagger hatte den Ring vor einem Hotel beim Ginzkey-Platz in Salzburg-Süd verloren. Sarahs Vater hob das Juwel dort am 22. August auf und ließ es später auf die Polizeiinspektion seiner Heimatgemeinde Hof bringen. Der von der Menschenrechtsaktivistin selbst entworfene und von einem britischen Juwelier angefertigte Ring wird von der Gemeinde als zuständige Fundbehörde bis zu seiner Abholung verwahrt. "Gemeldet hat sich bei uns noch keiner", hieß es am Montagnachmittag aus der Amtsstube.

Den gesetzlichen Finderlohn von fünf Prozent des Wertes - falls die geschätzten Angaben stimmen, sind das 10.000 Euro - hatte der Salzburger Unternehmer vor Wochen seiner Tochter versprochen. Sein Rechtsanwalt, Paul Kreuzberger aus Bischofshofen im Pongau, telefonierte mit der Besitzerin höchstpersönlich über die weitere Vorgangsweise. Jagger sei zwar froh gewesen, dass der Ring wieder aufgetaucht ist, "sie hielt sich aber über eine Auszahlung des Finderlohnes bedeckt", sagte der Anwalt. Sie habe weder zugestimmt noch abgelehnt. Frau Jagger habe in dem Telefonat zugesichert, dass sich ihr Anwalt bald bei ihm melden werde, schilderte Kreuzberger. "Er hat aber noch nicht bei mir angerufen."

Für Schlüsselanhänger gehalten
Nun kursieren Gerüchte, wonach der Ring weniger wert sein soll als vermutet. Der Finder hatte wegen des außergewöhnlichen Designs zuerst angenommen, es handle sich um einen Schlüsselhänger "mit einem maximalen Wert von 40 Euro" und schenkte ihn seiner Tochter. Als er aus der Zeitung erfuhr, wie wertvoll der mit einem 15-Millimeter-Aquamarin und kleinen Brillanten verzierte Fund sei, übermittelte er ihn der Polizei.

Finderlohn kann eingeklagt werden
Rechtlich gesehen kann die Society-Lady ihr Unikat jederzeit abholen oder von einem Vertreter abholen lassen. "Dazu ist ein Identitätsnachweis erforderlich", erläuterte Kreuzberger. Erst nach Abholung des Ringes könne man den gesetzlichen Finderlohn geltend machen. Zahlt die Besitzerin den Betrag nicht freiwillig aus, müsse er den Wert des Gegenstandes nachweisen und den Finderlohn einklagen, so der Bischofshofener Anwalt. "Ich gehe aber davon aus, dass das nicht notwendig sein wird." Langes Warten wird belohnt: Nach einem Jahr gehört das Fundstück dem Finder.

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