Mo, 28. Mai 2018

Keine Bagatelle

14.10.2008 11:11

Führerscheinentzug fürs Überfahren von Spielzeug

Es war ein Crash zweier ungleicher Fahrzeuge: Während das eine Auto praktisch unbeschädigt aus dem Unfall hervorging, war das zweite Vehikel danach nur mehr ein erbärmlicher Haufen Metall und Kunststoff. Dass es dennoch keine Verletzten gab, war nur dem Umstand zu verdanken, dass in diesem Fahrzeug gottlob keine Insassen gesessen hatten, es war nämlich nur ein Spielzeugauto. An und für sich keine große Sache, sollte man meinen, doch die Polizei in Köln sah das anders: Dem Fahrer des "echten" Autos droht nun nach einer Anzeige wegen Fahrerflucht der Führerscheinentzug.

Der 34-jährige Necmettin C. hatte seinen lila Mercedes ohne böse Gedanken durch einen Kölner Vorort pilotiert, als er plötzlich ein knirschendes Geräusch unter seinem Auto hörte. "Ich habe nichts gesehen und gedacht, ich wäre über eine Plastikflasche gefahren", so der Mann. Doch tatsächlich hatte Necmettin C. gerade das ferngesteuerte Spielzeugauto des 13-jährigen Berto R. zerquetscht.

Das Auge des Gesetzes schläft nicht
Der "Fall" wäre wohl als traurig für den (unvorsichtigen) Buben, ansonsten aber ohne weitere Konsequenzen geblieben, wären nicht zwei Polizisten zufällig vor Ort gewesen. Die beiden Gesetzeshüter schritten sofort zur Tat, stoppten den ihrer Meinung nach Unfallflüchtigen und fertigten sogleich eine Anzeige an, berichtete der Kölner "Express".

Der überraschte 34-jährige Autolenker zeigte sich geschockt und erklärte sich sofort bereit, dem Burschen ein neues Spielzeug um 100 Euro zu kaufen. Der Bub bat die Polizisten dann auch, von der Anzeige abzusehen, doch das erwies sich als zwecklos. Die Fahrerflucht wird nämlich grundsätzlich von Amts wegen verfolgt, das "Opfer" spielt dabei keine Rolle. Necmettin C. drohen nun 1.000 Euro Bußgeld und der Entzug seines Führerscheins.

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