Mo, 21. Mai 2018

Erinnerungen

13.10.2008 10:47

Haider-Mitarbeiter sind fassunglos

Nach dem Schock kommen die Erinnerungen. Jeder Kärntner hat Jörg Haider gekannt, viele verbinden persönliche Erlebnisse mit ihm. Langjährige Mitarbeiter denken an die Jahre der Arbeit Seite an Seite. Und sind noch fassungslos, dass er nie wieder an seinem Schreibtisch in der Landesregierung sitzen wird.

"Er war der beste Chef, den man sich wünschen kann", sagen Haiders Wegbegleiter, die zum Teil seit 1976 mit ihm gearbeitet haben. Damals kam der blutjunge Jörg als Landesparteisekretär nach Kärnten. "Er war anders als die Politiker bis dahin. Er war immer in Bewegung und er hatte keine Berührungsscheu mit den Menschen", schildert eine langjährige Vertraute Haiders Anfänge: "Die Menschen haben ihn vergöttert."

Als Dörfer 30.000 Schilling fehlten
"Neben den großen Visionen hat Haider immer versucht, die kleinen Sorgen und Nöte der Menschen zu lindern", erinnert sich auch Landes-Vize Gerhard Dörfler an den Beginn ihrer Freundschaft. Als er 1979 als kleiner Sportfunktionär in Feldkirchen eine Laufveranstaltung organisiert wollte, "haben mir 30.000 Schilling beim Budget gefehlt", erzählt Dörfler.

Die Veranstaltung gerettet
Die damals allmächtige SP wollte er nicht anbetteln. Da sei er lieber zu dem neuen jungen Landesparteisekretär der FPÖ gegangen. Der ihn mit einem freundlich "Servas, i bin der Jörg!" begrüßte und tatsächlich die 30.000 Schilling über sponsorbereite Firmen auftrieb. Dörfler: "Das hat mir die Veranstaltung gerettet."

Dörfler bereit für neue Aufgaben
Jetzt soll Dörfler Haiders Nachfolger werden. "Ich bin bereit, jede Aufgabe zu übernehmen, die mir die Partei zuteilt", meint Dörfler. "Obwohl es sehr große Schuhe sind."

Schwierige Entscheidung

Entschieden wird die Nachfolge-Frage im kleinen Kreis der Haider-Freunde: Kurt und Uwe Scheuch, Haiders Büroleiter Harald Dobernig, BZÖ-Chef Stefan Petzner und Dörfler gehören dazu. "Haider hat uns bei Besprechungen immer wieder gesagt: Irgendwann werdet ihr die Verantwortung tragen müssen", so Dörfler. "Dass es in einer so tragischen Form und mit so explosionsartiger Geschwindigkeit passiert, hat keiner ahnen können."


Von Waltraud Dengel/Kärntner Krone


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