Mo, 21. Mai 2018

Kein Schurke mehr

12.10.2008 12:29

Nordkorea nicht mehr auf Schurkenstaaten-Liste

Nordkorea wird von der Liste der sogenannten "Schurkenstaaten" gestrichen. Das Land erklärte sich nach Angaben der US-Regierung zu einer strikten Überprüfung seiner Atomanlagen bereit, im Gegenzug nehmen die USA Nordkorea von der schwarzen Liste der Terrorunterstützer. Das teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, am Samstag in Washington mit. Die Vereinbarung erfolgte demnach in enger Abstimmung mit den Teilnehmern der Sechs-Staaten-Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm - neben den USA und Nordkorea gehören Südkorea, China, Russland und Japan dazu. Japan bedauert Streichung Nordkoreas von US-Terror-Liste.

McCormack zufolge erhielten die USA in der von Atomunterhändler Christopher Hill erzielten Vereinbarung "alles, was wir wollten". Demnach wird Nordkorea Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO (bzw. IAEA) den Zugang zu seinen Anlagen erlauben, die Entnahme von Proben, die Einsicht in Dokumente und Gespräche mit nordkoreanischen Atomexperten. Zugleich wird Nordkorea die unterbrochenen Arbeiten zur Stilllegung der Atomanlagen fortsetzen.

Noch am Donnerstag hatte Nordkorea die IAEO darüber informiert, dass keine Inspektoren mehr in den Anlagen des Atomzentrums Yongbyon (Bild) zugelassen würden und eine Wiederinbetriebnahme vorbereitet werde. Es begründete den Schritt damit, dass die USA nicht wie angekündigt das Land von der Terrorismus-Liste gestrichen hätten.

Nordkorea hatte wesentliche Teile seiner Anlagen im Rahmen eines 2007 bei den Sechsergesprächen erzielten Abkommens unbrauchbar gemacht. Dann hatten sich die Atomverhandlungen aber wegen der strittigen Überprüfungsfrage festgefahren.

Japan bedauert die  Streichung
Mit Unverständnis hat Japan auf die Entscheidung seiner Schutzmacht USA reagiert, Nordkorea von der Liste der Terrorunterstützer zu streichen. Diese Schritt sei "äußert bedauerlich", sagte der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa in Washington am Rande des G-7-Treffens laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Er bezweifelte, dass die USA vor ihrer Entscheidung ihren Verbündeten Japan konsultiert hätten.

Sollte es bei den Sechs-Länder-Gesprächen über Nordkoreas Atomprogramm keine Fortschritte geben, würde die Streichung des Regimes von der US-Liste der Terrorunterstützer bedeuten, dass Nordkorea die USA "zum Gespött" gemacht hat, sagte Nakagawa.

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