Mo, 21. Mai 2018

Banken gebeutelt

07.10.2008 19:25

Finanzkrise trifft nun auch Österreichs Institute

Die internationale Finanzkrise, von der alle Banken gebeutelt werden, hat jetzt auch die zwei größten Banken in Österreich zu Gewinnwarnungen gezwungen. Am Montagabend hat Bank-Austria-Chef Erich Hampel erklärt, für 2008 die Gewinnprognose revidieren zu müssen. Dienstag früh hat Erste-Bank-Chef Andreas Treichl seinen Ergebnisausblick für 2008 zurückgenommen.

War Treichl Ende Juli noch von mindestens 20 Prozent mehr Nettogewinn für 2008 ausgegangen, so soll der Überschuss nun im laufenden Jahr nach Bankangaben nur mehr "zumindest unverändert" zum Vorjahr sein.

Sonderertrag durch Milliarden-Verkauf
Trotzdem wird die börsenotierte Erste-Group laut ad-hoc-Mitteilung unterm Strich mindestens 50 Prozent mehr Nettogewinn ausweisen, denn heuer fiel durch den Verkauf der Versicherungssparte für mehr als 1,44 Milliarden Euro an die Städtische (Vienna Insurance Group) ein erklecklicher Sonderertrag an.

Die Bank "passt ihre Ergebniserwartung für 2008 an die dramatischen Geschehnisse auf den Kapitalmärkten an", hieß es in der Mitteilung. Für das Betriebsergebnis wird heuer ein Zuwachs von mindestens 15 Prozent erwartet. Dafür war zuvor kein extra Ausblick gegeben worden. Das operative Geschäft sei stark, hieß es.

Wertberichtigungen durch Finanzkrise
Die Finanzkrise beschert auch neue Wertberichtigungen auf strukturierte Produkte: Die anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten und höhere Risikoaufschläge (Credit Spreads) belasteten das Handelsergebnis der Gruppe und "werden im dritten Quartal zu negativen Bewertungserfordernissen im ABS/CDO-Portolio (Fair Value und im Available for Sale) in der Größenordnung von 30 Millionen Euro führen", so die Bank weiter. Das seien aber weiterhin keine "Abschreibungen" wegen Ausfällen.

Raiffeisen hält an Gewinnziel fest
Raiffeisen International (RI) hält trotz der internationalen Finanzkrise nach wie vor an seinem Gewinnziel für 2008 fest. Der börsenotierte Konzern steuert weiterhin einen Konzernjahresüberschuss von rund einer Milliarde Euro an. Finanzvorstand Martin Grüll ist am Dienstag bei einer Investorenkonferenz in London,  dort werde er den Ergebnisausblick für das laufende Jahr bestätigen, sagte ein RI-Sprecher am Vormittag. Die Aktie der Ostbankenholding des RZB-Konzerns ist seit Wochen an der Börse massiv unter Druck.

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