Fr, 25. Mai 2018

Suspendiert

03.10.2008 16:47

Schleck gesteht Zahlungen an Doping-Arzt

Weil der Luxemburger Radprofi Fränk Schleck zugegeben hat, im März 2006 knapp 7.000 Euro an den mutmaßlichen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes überwiesen zu haben, hat der ihn dänische CSC-Saxo-Bank-Rennstall von Bjarne Riis am Freitag umgehend suspendierte. "Sein Verhalten war gegenüber ihm selbst und dem Team unverantwortlich", sagte Teamchef Riis. Schleck habe aber beteuert, niemals verbotene Substanzen oder Methoden benutzt zu haben und Fuentes nicht persönlich getroffen zu haben.

"Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass Fränk mit Personen Kontakt hatte, die unserem Sport großen Schaden zufügten", erklärte Riis in einem Kommunique. Schleck bleibt suspendiert, bis der Ausgang der Angelegenheit geklärt ist.

Fränk Schleck hatte im März 2006 knapp 7.000 Euro auf ein Konto von Fuentes bei der Genfer Filiale der Bank HBSC überwiesen. Wenig später brach der Dopingskandal um die "Operacion Puerto" aus. Der Radprofi erklärte, das Geld sei für "Trainingsratschläge von Experten, die vermutlich mit den größten Namen des Sports zusammenarbeiteten", bestimmt gewesen. In der Mitteilung des Teams heißt es, zum Zeitpunkt der Überweisung sei der Zusammenhang mit Fuentes für Schleck nicht ersichtlich gewesen. Er habe die Kontakte sofort abgebrochen, nachdem ihm sein Vater dazu geraten habe.

Blutwerte ergaben keine Hinweise auf Doping
Laut Teamchef Riis hätten die von Rasmus Damsgaard überprüften Blutwerte Schlecks zu keinem Zeitpunkt Anlass zu einem Dopingverdacht ergeben. In den Unterlagen zur "Operacion Puerto" gebe es keinerlei Hinweise dafür, dass Schleck in diese Affäre verwickelt sei. Der Radprofi sei im Weiteren bereit, mittels einer DNA-Analyse zu beweisen, dass er nie zu leistungssteigernden Mitteln gegriffen habe und dass in den bei  Fuentes sichergestellten Blutbeuteln kein Blut von ihm enthalten sei.

Schleck war am Mittwoch von der Luxemburger Anti-Doping-Agentur ALAD zu dieser Angelegenheit befragt worden. Am Donnerstag hatte er sich nach Aigle an den Hauptsitz des Weltverbandes UCI begeben, um sich zur Sache befragen zu lassen. In der vergangenen Woche hatte die "Süddeutsche Zeitung" von Banküberweisungen Schlecks an Fuentes berichtet. Bei der diesjährigen Tour de France trug Schleck drei Tage das Gelbe Trikot.

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