Fr, 25. Mai 2018

Dämpfer für Violette

06.10.2008 15:46

Nullnummer zwischen Austria und Kapfenberg

Die Wiener Austria hat am Sonntag nach dem bitteren Aus im UEFA-Cup gegen Lech Posen auch in der Bundesliga wichtige Punkte liegen gelassen. Die Wiener mussten sich gegen Aufsteiger Kapfenberg trotz drückender Überlegenheit zu Hause mit einem torlosen Remis begnügen. Die Austria behauptete damit zwar nach dem ersten Saisondrittel ihre Tabellenführung, liegt aber nur noch einen Zähler vor Salzburg und zwei vor Rapid. Eine bittere Heimschlappe musste der LASK einstecken: Die Linzer verloren gegen Schlusslicht Altach mit 1:3.

Die Wiener Austria war von Beginn an mit dem erwarteten Geduldsspiel konfrontiert. Die Wiener dominierten zwar das Geschehen, in der Offensive fehlte ohne den an Grippe erkrankten Rubin Okotie aber lange Zeit die Durchschlagskraft. Erst in der Schlussphase fanden die Wiener mehrere Großchancen vor. Emin Sulimani traf in der 87. Minute aus spitzem Winkel nur die rechte Stange, der eingewechselte Thomas Krammer eine Minute später nicht ins leere Tore.

Den Bericht zum Schlager Salzburg - Rapid findest du in der Infobox!

Schon vor der Pause hatte Mamadou Diabang Aluminium getroffen. Der Okotie-Ersatz hatte eine Standfest-Flanke per Kopf an die Oberkante der Latte gesetzt (20.). Davor hatte sich Kapfenberg-Keeper Martin Eisl bereits bei einem Flachschuss von Mario Bazina ausgezeichnet (15.). Auf der Gegenseite wurde Robert Almer, der den an muskulären Problemen laborierenden Szabolcs Safar im Austria-Tor ersetzte, kaum ernsthaft geprüft.

Kapfenberg mit massierter Defensive
Ein erster KSV-Warnschuss von Liendl ging über das Tor (1.), ein weiterer von Siegl daran vorbei (18.). Nach der Pause waren die Kapfenberger auch im Konter gefährlich. KSV-Coach Werner Gregoritsch setzte wie erwartet auf eine massierte Defensive mit einer Fünferkette, in der der tschechische Ex-Internationale Milan Fukal praktisch den Libero gab. Kapitän Taboga war nach seiner Sperre ebenfalls zurückgekehrt.

Bei den Wienern ersetzte Youngster Markus Suttner links in der Viererkette Mario Majstorovic, der im UEFA-Cup das 0:1 verschuldet hatte. Im Angriff fehlten Trainer Karl Daxbacher, der vor dem Spiel drei Punkte eingefordert hatte, nach dem Ausfall von U21-Teamspieler Okotie aber die Alternativen. Nicht ein einziger echter Stürmer saß auf der Bank, dazu ließ sich Bazina immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen.

Austria nach der Pause kraftlos
Nach Seitenwechsel ließen auch die Kräfte nach. Die Verlängerung vom Donnerstag gegen Posen schien sich bemerkbar zu machen, das Austria-Spiel wurde statischer. Nach einer der wenigen guten Kombinationen sprang Diabang in aussichtsreicher Position der Ball vom Fuß (73.), ein Kopfball von Standfest ging über das Tor (78.). Erst in den Schlussminuten folgte ein letzter violetter Sturmlauf, der aber unbelohnt blieb.

Die Austria ist damit zwar zu Hause weiter ungeschlagen, gab aber erstmals seit der Auftaktrunde gegen Kärnten (1:1) im Horr-Stadion wieder Punkte ab. Zuletzt hatten die Wiener vier Ligaspiele in Folge gewonnen. Kapfenberg ist zwar seit mittlerweile 364 Minuten ohne Torerfolg, bejubelte aber seinen ersten Punktegewinn in der Fremde seit dem Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse.

Ganz schwache Vorstellung des LASK
Der LASK hat die Chance vergeben, Tabellenführer Austria auf den Fersen zu bleiben. Die Linzer lieferten im Heimspiel gegen Nachzügler SCR Altach eine äußerst schwache Vorstellung ab und schlitterten in eine 1:3-Heimschlappe. Bei Altach durfte auch Promi-Stürmer Ailton über seinen ersten Treffer für die Vorarlberger jubeln.

Erster Auswärtssieg für Altach seit einem Jahr
Erstmals mussten sich die Oberösterreicher in der laufenden Saison damit einem Außenseiter geschlagen geben. Für Altach war es der erste Sieg in der Fremde nach fast einem Jahr. Zum letzten Mal war der "Dorfclub" am 23. Oktober 2007 am Innsbrucker Tivoli als Gewinner vom Platz gegangen.

Schon in der sechsten Minute hatte der Ex-LASK-Spieler Konrad die Gäste nach einer misslungenen Abseitsfalle in Führung gebracht, der sichtlich motivierte und rackernde Ailton vergab aus aussichtsreicher Position gar die Chance auf das 2:0 (21.).

Freude über Ausgleich währte nur kurz
Das Spiel gegen die defensiven, aggressiven und geduldigen Altacher machte nach Anlaufschwierigkeiten zwar der LASK, der nach dem Anschlusstreffer durch Mayrleb in der 37. Minute wieder auf seine Marschroute zurückkehrte. Das allerdings nur sehr kurz. Denn Altach-Youngster Andreas Koch brachte die Vorarlberger nach einer Kopfball-Vorlage von Schoppitsch in der 44. Minute mit seinem ersten Bundesligatreffer erneut in Front (2:1). Wieder sah die LASK-Defensive dabei nicht gut aus.

Anstatt zu kontern, fing sich der LASK nach dem Seitenwechsel gar den dritten Gegentreffer ein - wieder resultierte dieser aus einer Unkonzentriertheit. Ailton vollendete nach einem Kopfball-Zuspiel, das Baur nicht mehr abfangen konnte, aus wenigen Metern gekonnt zum 3:1 und seinem ersten Bundesliga-Treffer (51.). Die geschockten Linzer zeigten allerdings keine adäquate Reaktion.

LASK zu umständlich
Die Schwarz-Weißen rannten in der Folge zumeist ideenlos, verunsichert und umständlich gegen eine massierte Altacher Defensive an, brachten die Schönenberger-Elf kaum in Bedrängnis. Die beste Möglichkeit vergab Mayrleb, dessen wuchtigen Schuss Altach-Goalie Michl aber parierte. Kurz darauf hätte Schoppitsch das Trefferkonto der immer wieder auf Konter lauernden Gäste fast noch erhöht, die Stange rettete aber für die Linzer (70.). Vastic vergab per Kopf noch eine gute Möglichkeit auf den späten Anschlusstreffer (81.).

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