Di, 22. Mai 2018

Famagusta obenauf

03.10.2008 13:47

Famagusta besiegt Panathinaikos in CL mit 3:1

Der zypriotische Club Anorthosis Famagusta und Liverpool-Kapitän Steven Gerrard haben am Mittwoch in der zweiten Runde der Champions-League-Gruppenphase Geschichte geschrieben. Gerrard gelang beim 3:1 gegen PSV Eindhoven mit einem sehenswerten Freistoß sein 100. Pflichtspiel-Treffer für den englischen Fußball-Rekordmeister. Rapid-Bezwinger Famagusta bejubelte nach einem 3:1-Erfolg über Andreas Ivanschitz und Panathinaikos Athen den ersten Sieg eines zypriotischen Teams in der Gruppenphase der Champions League.

"Das ist ein historischer Tag", befand Famagusta-Coach Temuri Ketsbaja. Nach dem Achtungserfolg in Bremen (0:0) wollte der erste Sieg in der CL-Gruppenphase ausgerechnet gegen ein Team aus Griechenland gelingen. Bereits in der Qualifikation hatte der erste Teilnehmer des Inselstaates in der Königsklasse den rot-weiß-roten Rekordmeister Rapid und Griechenlands Champion Olympiakos Piräus vor eigenem Publikum jeweils mit 3:0 gedemütigt.

Prödl stark, aber zu ungestüm
Während ÖFB-Kapitän Ivanschitz, der erst ab der 72. Minute für die Athener zum Einsatz kam, kein Erfolgserlebnis vergönnt war, erkämpfte sich Sebastian Prödl bei seinem Champions-League-Debüt mit Werder Bremen in Mailand gegen Italiens Meister Inter einen Punkt. Prödl verdrängte dabei rechts in der Viererkette überraschend DFB-Teamspieler Clemens Fritz aus der Startformation. Der 21-jährige Steirer leistete die Vorarbeit zu Bremens größter Chance in Durchgang eins (Pizarro traf nach Prödl-Hereingabe nur die Stange), schmälerte aber mit teils zu ungestümen Tacklings seine ansonsten solide Leistung.

Nach zwei Runden liegt Bremen mit zwei Punkten hinter Inter (4 Punkte) und dem Sensations-Zweiten Famagusta (4)  auf Rang drei. "Nur mit Unentschieden kommen wir nicht weiter", bremste Coach Thomas Schaaf daher die Euphorie im Lager der Hanseaten nach dem Punktgewinn in Mailand.

Cluj auf Wolke sieben
Das zweite Sensationsteam neben Famagusta heißt CFR Cluj. Der rumänische Meister erreichte nach dem überraschenden 2:1-Auswärtserfolg über AS Roma am Mittwoch ein torloses Heim-Remis gegen Champions-League-Finalist Chelsea. "Ein Unentschieden gegen Chelsea ist mehr wert als ein Sieg über Roma", analysierte Cluj-Flügelspieler Sebastien Dubardier (ARG) zufrieden.

Die Londoner haderten dagegen nicht nur mit den zwei fehlenden Punkten und einer schwachen Darbietung, sondern auch mit dem Ausfall von Didier Drogba. Der Torjäger von der Elfenbeinküste erlitt in Minute 58 eine Knieverletzung und wird den Londonern nach ersten Untersuchungen bis zu sechs Wochen fehlen.

Messi rettet "Barca"
Der 2:1-Erfolg des FC Barcelona über Schachtjor Donezk trägt einen Namen: Lionel Messi. Der in Minute 60 eingewechselte argentinische Jungstar drehte die verloren geglaubte Partie gegen die Ukrainer mit zwei späten Toren (87., 94.). Bereits am Sonntag hatte der Stürmer in der Primera Division per Elfmeter in der Nachspielzeit den 2:1-Erfolg seines FC über Stadtrivale Espanyol sichergestellt. "Ab sofort werde ich ihn immer auf die Ersatzbank setzen, damit er die Spiele für uns in den letzten 30 Minuten entscheiden kann", scherzte Coach Josep Guardiola nach der Partie. Barcelona darf sich nach zwei Auftaktsiegen an der Spitze der Gruppe C sonnen.

Donezk-Trainer: Barcelona-Sieg "ist eine Schande"
Gegen den Ausgleichstreffer von Messi wurde aber heftig protestiert, da die Ukrainer den Ball zuvor wegen eines am Boden liegenden Donezk-Spielers ins Out geschossen hatten. "Dieser Sieg gereicht Barcelona nicht zur Ehre. Was beim Ausgleich geschah, ist eine Schande. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wenn eine Mannschaft anderswo so etwas tut, verlassen die Spieler nicht mehr lebend den Platz", war auch Donezk-Coach Mircea Lucescu außer sich.

Liverpool auf der Erfolgswelle
In Liverpool herrscht derzeit grenzenloser Jubel. Nach dem 2:1-Auswärtserfolg über Olympique setzten sich die auch in der Premier League auf der Erfolgswelle schwimmenden "Reds" zu Hause gegen Eindhoven ohne Mühe mit 3:1 durch. Mann des Spiels war Gerrard, der mit einem herrlichen Freistoß zum 3:0 seinen 100. Pflichtspiel-Treffer für Liverpool erzielte. "Ich kann nicht mehr verlangen, es war perfekt", sagte Gerrard. Auch seinem Teamkollegen Robbie Keane ist ein Stein vom Herzen gefallen: Dem im Sommer von Tottenham zu Liverpool gewechselten Iren gelang sein erster Treffer für die "Reds".

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