Sa, 26. Mai 2018

PeterLicht abgehört

04.10.2008 13:08

Das neue Album im "Steirerkrone"-Test

Viele steirische Musik-Fans haben ihre PeterLicht-Erfahrung sicher nicht vergessen: 2006 hatte er dank des Albums "Lieder vom Ende des Kapitalismus" den Status als Geheimtipp verloren und konzertierte das erste und bislang letzte Mal in Graz. Im Jahr darauf mehrte der Musiker seinen Ruhm beim Klagenfurter Bachmann-Wettlesen, wo er auch einen Preis machte. Spätestens da war der fotoscheue Popmusiker und Neo-Schriftsteller PeterLicht Liebkind des Feuilletons. Jetzt gibt's ein neues Album: "Melancholie und Gesellschaft".

Die Marotte, sein Gesicht nicht fotografieren zu lassen, warf mindestens so viel journalistischen Stoff ab wie seine nachdenklichen Texte, die sich an der Oberfläche dermaßen skurril gebärden. Der Mann war der neue Musensohn, der mit unerklärlicher Leichtigkeit im Doppelsinn komische Texte hinwarf.

Zu den Hörproben geht's in der Infobox!

Das neue Album "Melancholie und Gesellschaft" (Motor/Edel) bringt eine Hinwendung zu optimistisch dahinsprudelnden, orchestralen Pop. Den zartbitteren, aber nie resignativen Texten fehlt gelegentlich der genialische Pfiff des vorigen Albums, aber PeterLicht ist brillant wie je. Wenn er zur Abrechnung mit der durchsexualisierten Medien- und Konsumgesellschaft ansetzt ("Stilberatung" und "Marketing"), hat das nichts von sauertöpfischer Rechthaberei, sondern Esprit und Eleganz. Ein paar Ausrutscher (wie das infantile "Trennungslied") sind angesichts dessen verziehen.

von Martin Gasser, "Steirerkrone" und steirerkrone.at

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