Di, 22. Mai 2018

Dicker Kreditbetrug

03.10.2008 11:06

Betrüger prellen Banken um 1,2 Millionen Euro

Zwei Fälle von Kreditbetrug sind in der Steiermark aufgedeckt worden. Ein Betrüger-Duo prellte fünf Banken um insgesamt mehr als 1,1 Millionen Euro, indem es 44 kreditunwürdigen Personen gefälschte Dokumente und Bescheinigungen ausstellte. Im zweiten Fall schädigte eine fünfköpfige Tätergruppe drei Banken um insgesamt 74.000 Euro.

Die Betrugsdelikte des Duos aus Graz gehen auf den Zeitraum zwischen August 2005 und August 2007 zurück. Einer der beiden, ein 51-jähriger Mann, agierte als Haupttäter und Vermittler. Er besorgte kreditunwürdigen Personen zwischen 21 und 55 Jahren gefälschte Meldezettel, Gehaltsbestätigungen, EU-Freizügigkeitsbestätigungen und Unterlagen der Gebietskrankenkasse. Zudem stellte er Kontakt zu den später geschädigten Banken her und sorgte für die Abwicklung der Kredite zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Sein 45-jähriger Komplize erstellte die gefälschten Unterlagen mit einem Computer.

Nach Angaben der Sicherheitsdirektion Steiermark kassierte das Duo Vermittlungsgebühren zwischen 500 und 10.000 Euro. Da die Kreditnehmer keine Rückzahlungen leisteten, flog der Betrug auf. Weitere Kreditanträge konnten gestoppt und Auszahlungen verhindert werden. Sowohl die beiden Haupttäter als auch die 44 Kreditnehmer, die sich als Beitragstäter verantworten müssen, sind geständig. Dem Betrüger-Duo wird gewerbsmäßiger Betrug, Urkundenfälschung und Unterschlagung zur Last gelegt.

Arbeitsloser vermittelte teure Kredite
Auch im zweiten Fall prellten die Täter - drei Männer und zwei Frauen - die Banken durch Vorlage von falschen Arbeits- und Lohnbescheinigungen, Gebietskrankenkassenauszügen und Kontobelegen. Der arbeitslose Haupttäter stellte die gefälschten Bescheinigungen am Computer her. Er nahm selbst Kredite auf, gab aber auch - gegen eine Provision von 20 Prozent des betrügerisch erlangten Kreditbetrags - die gefälschten Unterlagen an die ebenso arbeitslosen Mittäter weiter. Die fünfte Person fungierte als Vermittler. Nach vier gelungen Versuchen schnappte die Polizei die Gruppe, bevor sie ein weiteres Mal zuschlagen konnte.

In dem Betrugsfall wurden auch zwei selbstständige Unternehmer angezeigt. Sie stehen im Verdacht, den Banken bestätigt zu haben, dass die in den gefälschten Lohnbescheinigungen angeführten Personen tatsächlich bei ihnen beschäftigt seien.

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