Mo, 28. Mai 2018

Ländlicher Erbstreit

04.10.2008 13:08

Brüderliches "Traktor-Attentat"

Sogar sein Anwalt beschreibt den Angeklagten als "eigensinnig und stur". Der glaubt aber felsenfest, dass er im Recht ist. Alle lügen - nur er nicht! Für das Grazer Gericht steht aber fest, dass der Landwirt (37) mit dem Traktor auf den Bruder losgefahren ist, und der sich nur durch einen Sprung retten konnte!
Die Story könnte aus der Feder eines Heimatfilm-Drehbuchschreibers stammen: Zwei Bauernsöhne werden nach der Verteilung des Erbes zu Feinden. Der Ältere, der den Hof bekommen hat, versteht nicht, warum man dem Jüngeren die Hube - ein Weidegrundstück - überlassen hat. Obwohl der Grund nicht ihm gehört, treibt er immer wieder seine Kühe dorthin. Das hat ihm im Juni eine erste Verurteilung samt Wegweisung eingebracht.

Auch beim zweiten Prozess spürt man die Wut, die im 37-Jährigen kocht. Trotz des richterlichen Verbotes waren seine Kühe wieder auf dem fremden Grund und wieder wollte er mit seinem Traktor Futter hinführen. Weil die Zufahrt verparkt war, bahnte er sich einen anderen Weg. Mitten durch den Spielplatz, den der Jüngere neben seinem neuen Haus für die Kinder (zwei und fünf Jahre) angelegt hatte. Der Bruder (36) stellte sich in den Weg - da gab der 37-Jährige Gas. Ein Sprung bewahrte den Jüngeren vor fatalen Folgen.

"Es war nicht so - und fertig, aus!", wettert der Angeklagte nach der Urteilsverkündung: Sieben Monate Haft, davon zwei unbedingt. Nicht rechtskräftig.

von Werner Kopacka, "Steirerkrone"
Symbolbild

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