Mo, 28. Mai 2018

Action auf Kufen

29.09.2008 15:12

NHL 2K9

Kaum hat NHL-Superstar Thomas Vanek seine leichte Knieblessur überstanden, gelingt seinem Team, den Buffalo Sabres, der erste Erfolg in der Pre-Season. Nach einem 0:2 Rückstand wurden die Toronto Maple Leafs in der Verlängerung bezwungen. Nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans fiebern bereits dem Saisonstart entgegen. Die beste Gelegenheit also, um die diesjährigen Versionen der NHL-Spiele auf den Markt zu bringen. Den Anfang macht 2K Sports mit "NHL 2K9". Der Erzrivale aus dem Hause EA Sports scharrt jedoch bereits mit den Kufen, um den Konkurrenten auszustechen.

Die letzte Version von NHL 2K war in vielerlei Hinsicht eine herbe Enttäuschung. Insbesondere die misslungene Steuerung sorgte für einigen Frust. Mit "NHL 2K9" soll jetzt alles anders und natürlich viel besser werden. Der erste prüfende Blick fällt auf die gebotenen Menüpunkte. Hier ist alles beim alten geblieben. Das ist beileibe jedoch kein Drama, denn mit Season, Turnieren, dem Franchise-Modus, schnellem Spiel und dem Online-Part ist für jeden etwas dabei. Zu bemängeln ist aber der Umfang des Mehrspieler-Bereichs - eine Schwäche, die der Konkurrent von EA Sports wohl gnadenlos zu seinen Gunsten nutzen wird.

Viel brennender als die gebotenen Spielmodi interessiert jedoch, wie es sich nun mit der Spielbarkeit verhält. Eine "schnelles Spiel", natürlich mit den Buffalo Sabres, soll Licht ins Dunkel bringen. Die Halle bebt, die Fans toben und der Hallensprecher legt sich mächtig ins Zeug. Die gebotene Atmosphäre erinnert sofort an die typischen Sportübertragungen. Der Blick in die Gesichter der Spieler enttäuscht hingegen etwas, denn unser aller Thomas Vanek sieht dem digitalen Pendant nur entfernt ähnlich. Dafür bewegen sich die Spieler flüssig und elegant über die Eisfläche. Insgesamt darf die Präsentation aber als gelungen bezeichnet werden.

Das große Fragezeichen, die Steuerung, verschwindet mit der ersten Puckberührung. "NHL 2K9" spielt sich nun wie die vorletzte Version. Ein Rückschritt, der in diesem Fall allerdings als klarer Fortschritt bezeichnet werden kann, denn die Steuerung der Spieler geht nun wieder leichter, präziser und ohne langes Üben von der Hand.

Klare Verlierer gibt es allerdings auch. Im Fall von "NHL 2K9" wird diese zweifelhafte Ehre den Torhütern zuteil. Sie dürften alle Trainings geschwänzt haben und lieber zu Hause faul auf der Couch gelegen sein, so wie sie sich vor dem Tor auf und ab schleppen. Selten war eine Torhüter-KI so schwach. Die Verteidigung scheint ob dieses Umstandes ebenfalls recht verunsichert. Kurzum: Mit dieser KI ist nur schwer ein einziger Titel zu gewinnen.

Für kurzweilige Unterhaltung und Abwechslung nach jedem Spieldrittel sorgt schließlich ein neues Minispiel. Wer möchte darf sich auf eine der riesigen Eismaschinen schwingen und unter Zeitdruck versuchen, das Eis zu reinigen. Während man so über das Eis flitzt, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob der Eismaschinenfahrer nicht einen besseren Torwart abgeben würde als der, der im letzten Drittel versucht hat, das Tor zu hüten. In der Not muss man schließlich erfinderisch sein. Die gute Puckphysik und der Sieg der Buffalo Sabres mit zwei Treffern von Thomas Vanek entschädigen am Ende dann allerdings doch ein wenig für die gesehenen KI-Schwächen.

Fazit: Die Entwickler haben gut daran getan, die verhunzte Steuerung der Vorjahresversion wieder gegen die zwar alte, aber deutlich besser funktionierende Steuerung der Vorvorjahresversion auszutauschen. Für den erhofften Siegeszug reicht dies allerdings nicht. Neben dem mageren Online-Part sorgt vor allem die KI für einigen Missmut. Sollte EA Sports seinen NHL-Titel ähnlich den bereits erschienenen PGA- und NFL-Spielen verbessern, droht "NHL 2K9" ein Debakel im Kampf um Platz eins.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox360, PS2, Wii
Publisher: 2K Sports
Krone.at-Wertung: 7/10

von Harald Kaplan

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